Home
Diese Woche - die aktuelle Ausgabe
Themen
E-Paper: Sonntagsblatt digital
Jetzt im Sonntagsblatt-Shop bestellen!
Archiv
Die Redaktion
Abo-Service
Das Sonntagsblatt-Blog
Anzeigen-Service
Leserreisen
Zeitvertreib
Leserbriefe
Impressum



    
Heute: 09.02.2012
Aktuelle Ausgabe: 06 vom 05.02.2012
Artikel mit anderen teilen!
Dieser Artikel: Ausgabe 02/2007 vom 14.01.2007
Alle Artikel der » Ausgabe 02/2007 im Archiv aufrufen.
  Druckversion


Glaube, Geschwisterlichkeit, Gerechtigkeit

»Mission EineWelt« vereinigt die Partnerschaftsarbeit der bayerischen Kirche


Im Zentrum »Mission EineWelt« hat die Landeskirche ihre weltweiten partnerschaftlichen Kontakte gebündelt. Am Sonntag 14.Januar wird die neue Einrichtung in Neuendettelsau feierlich eröffnet.

Weltweite Gemeinschaft: Partnerschaftsarbeit verbindet.
Foto: Mission EineWelt
   Weltweite Gemeinschaft: Partnerschaftsarbeit verbindet.

Nun wächst in der landeskirchlichen Partnerschaftsarbeit zusammen, was zusammen gehört: Das Missionswerk, der Kirchliche Entwicklungsdienst (KED) sowie das Lateinamerikareferat bilden das neue »Centrum für Partnerschaft, Entwicklung und Mission« der bayerischen Landeskirche.

Von der Sache her ist dies ein logischer Schritt. Die Arbeitsgebiete hängen eng zusammen, in allen drei bisherigen Teilbereichen geht es um die Arbeit für eine bessere Welt und um die Zusammenarbeit mit partnerschaftlich verbundenen lutherischen Kirchen. »Es geht nun darum, dass drei Kulturen zu einer Identität werden«, schreibt Ökumenereferent Thomas Prieto-Peral im aktuellen Ökumenerundbrief der Landeskirche.

Tatsächlich haben die drei Bereiche ihre eigene Geschichte. Der Kirchliche Entwicklungsdienst - geboren als Kind der 68er in einer Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs - kümmerte sich vor allem um bildungspolitische Arbeit rund um die Themen globale Gerechtigkeit, Nord-Süd-Konflikt und fairer Handel. Die Arbeit des Neuendettelsauer Missionswerks gründet dagegen im klassischen Missionsbegriff: Ausgehend vom Taufbefehl und dem Verkündigungsauftrag Jesu werden seit Generationen Evangelisten, Pfarrer und Lehrer ausgebildet, diakonische und medizinische Einrichtungen unterstützt.

Beide Bereiche haben sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten angenähert. Mitarbeiter des Missionswerkes in Tansania oder Papua-Neuguinea sahen sich zunehmend mit entwicklungspolitischen Fragen konfrontiert. Auf der anderen Seite wurde der Missionsbegriff enttabuisiert, die Kirche sprach nun wieder von der Notwendigkeit von Mission.

Das Spannende daran ist, dass nun zwei unterschiedliche Ansätze - der eine geboren im eher linken kirchlichen Spektrum, der andere lange verortet im konservativ-lutherischen Bereich - zusammenkommen.

Die Neuorganisation trägt einem modernen Missionsbegriff Rechnung, der Evangelisation und Entwicklungsarbeit verbindet und den interreligiösen Dialog und die Ökumene nicht ausspart. Mission in diesem Sinne bedeutet Evangelisation, Gottes Frieden zu bezeugen, aber gleichzeitig für den gerechten Frieden weltweit zu kämpfen. Wie segensreich die Verbindung von geistlich-missionarischem Wirken und politischem Engagement im Sinne Jesu sein kann, zeigt - wenn auch auf andere Weise - die linksevangelikale Bewegung in den USA, aber auch die Befreiungstheologie der katholischen Kirche.

Die rund 130 Mitarbeiter (80 in Bayern und 50 im weltweiten »Außendienst«) freuen sich jedenfalls auf die neue Herausforderung. Standort der Einrichtung ist Neuendettelsau mit der Außenstelle Nürnberg und Regionalstellen in München und Bayreuth.

  TAG DER OFFENEN TÜR: Am Sonntag 14. Januar feiert die bayerische Landeskirche mit Kirchenführern aus Afrika, Asien und Lateinamerika die Eröffnung ihres Partnerschaftszentrums »Mission EineWelt« im mittelfränkischen Neuendettelsau.

  9.30 Uhr: Festgottesdienst in der Neuendettelsauer Nikolaikirche mit Landesbischof Johannes Friedrich, Bischöfen und Kirchen-Generalsekretären aus den Partnerkirchen.

  14 Uhr: Tag der offenen Tür im Centrum »Mission EineWelt« in der Hauptstraße 2.

INTERVIEW

Neuer Horizont

Direktor Hermann Vorländer leitet das neue Centrum »Mission EineWelt« in Neuendettelsau.
Foto: fra
   Direktor Hermann Vorländer leitet das neue Centrum »Mission EineWelt« in Neuendettelsau.

 

  Welche Chancen liegen im neuen Centrum Mission EineWelt?

Vorländer: Der Auftrag zur Evangelisation ist nun noch enger verbunden mit dem Einsatz für eine gerechte Welt - die eine Welt, die Gott geschaffen hat und uns als Lebensraum für alle Menschen anvertraut hat. Die klassische Missionsarbeit und die entwicklungspolitische Zusammenarbeit wachsen zusammen.

  Das neue Centrum pflegt Beziehungen zu Kirchen in 22 Ländern. Welche Bedeutung haben diese Kontakte für die Christen in Bayern?

Vorländer: Für uns ist das eine Horizonterweiterung, wir erleben dadurch die Gemeinschaft der lutherischen Christen als Weltkirche. Es ist einfach eine tolle Sache, wie uns der Glaube über staatliche und kulturelle Grenzen hinweg verbindet.

  Die Kirchen im Süden wachsen. In Tansania stieg die Zahl der Lutheraner in den vergangen zehn Jahren von 2,5 auf 3,5 Millionen. Warum ist der christliche Glaube dort so attraktiv?

Vorländer: Die Gemeinden haben durch attraktive Gottesdienste, christliche Schulen und Krankenhäuser eine hohe Anziehungskraft. Wegen der Gemeinschaftserfahrung schließen sich dort die Menschen gerne den Gemeinden an, überhaupt gehört Religiosität in Afrika selbstverständlich zum Leben. Dass in Afrika das Christentum stärker als der Islam wächst, liegt sicher auch an der Attraktivität der westlichen Kultur. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Gleichberechtigung von Mann und Frau. (fra)

Helmut Frank

 


Valid HTML 4.01 Transitional

/news/aktuell/2007_02_17_01.htm
abgerufen 09.02.2012 - 00:15 Uhr

© Sonntagsblatt 1998-2012, ImpressumWebmaster
Angebote für Webmaster