ZEITZEICHEN
Wie es sich wohl anfühlt, das Neue? Zwei Wochen, klar, da kann man noch nicht viel sagen. Nur so viel halt: Gemessen an 2006 geht 2007 eigentlich. Wir sind ja einiges gewöhnt. Ein bisschen zu wenig kalt mag es sein. Die gefühlten Temperaturen fühlen sich zu warm an. Der gespürte Regen eine Spur zu warm. Früher, als die Welt noch in Ordnung war, gab es leibhaftigen Schnee von gestern.
Wer weiß aber, wie sich der Winter entwickelt, bis diese Zeilen in Druck kommen. Der Winter seinerseits kommt jedenfalls ganz schön unter Druck, wenn er noch kommen will. Derweilen sind andere längst da gewesen, überpünktlich, zahlreich, wie sich´s gehört: Heilige-Drei-Könige-Hochkonjunktur. Drei-Königs-Treffen. Drei-Königs-Springen. Drei-Königs-Lauf. Drei-Königs-Schwimmen. So viele Heilige Drei Könige wie heuer waren noch nie. Mancherorts gar vier.
Vielleicht sollte man ohnehin aufstocken auf fünf Heilige Drei Könige. Immerhin hatten sie ja die Erdteile Afrika, Asien und Europa zu repräsentieren. Da müsste die kirchliche Tradition - ohnehin in Verruf, träge zu sein - doch allmählich nachziehen. Wie um Himmels willen fühlen sich Amerikaner und Australier, wenn sie zwar seit langem entdeckt sind, aber noch immer keine eigenen Heiligen Drei Könige haben. Zur Krippe her kommen sie doch auch.
Kinder, einmal weggehört! Wir Erwachsenen müssen was besprechen. Also. Unter uns gesagt. Es waren fei weder drei, noch Heilige, noch Könige. »Da kamen Weise aus dem Morgenland«, sagt die Heilige Schrift, sonst nichts. Und die muss es wissen. Ob wir's den Kindern sagen? Das Neue, das mit den Fünfen, wird sie freuen. Das mit den Weisen statt den Königen eher nicht. Ach, lassen wir's ihnen. Es fühlt sich immer so wohl an, das Alte! |
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