Gelassen bleiben
Umweltpfarrer: Nach Spardebatte den Klimaschutz wieder auf die kirchliche Tagesordnung setzen
Seit fünf Jahren ist Kirchenrat Gerhard Monninger als Umweltbeauftragter der Evangelischen Landeskirche tätig. Nachgefragt zur »Klima-Allianz.«
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 Gerhard Monninger.
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Was erhoffen Sie sich von dem Bayerischen Klima-Bündnis?
Monninger: Die Vereinbarung bringt das Thema Klimaschutz in der öffentlichen Meinung erneut nach vorne und nimmt Staat und Kirche ernsthafter in die Pflicht. Der Konsolidierungsprozess hat die Tagesordnung kirchlicher Gremien so stark dominiert, dass für Fragen der Umwelt kaum Raum war. Ich hoffe, das wird jetzt anders. Projekte wie das Umweltmanagement für Kirchengemeinden und die energetische Sanierung kirchlicher Immobilien könnten einen Anschub bekommen.
Was wird die evangelische Kirche als Bündnispartnerin konkret tun?
Monninger: Der Schwerpunkt des kirchlichen Engagements liegt bei der Bewusstseinsbildung und Verkündigung. Bewahrung der Schöpfung ist eine kirchliche Kernaufgabe, sie ist die alltagspraktische Auslegung des ersten Glaubensartikels »Ich glaube an Gott den Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde«, den wir jeden Sonntag in der Kirche sprechen. Das von der Landeskirche geplante Immobilienmanagement muss sich des Themas »Energetische Gebäudesanierung« annehmen. Der Königsweg hin zu einer nachhaltigen Lebensweise in Kirchengemeinden ist das Umweltmanagement. Dort werden die Fragen des Energieverbrauchs, der CO2-Reduktion, des Artenschutzes, des nachhaltigen Konsums zusammengeführt. Etwa 20 Gemeinden in Bayern haben das Umweltmanagement bereits absolviert, weitere stehen in den Startlöchern.
Klimaschutz weltweit scheint ein Kampf wie David gegen Goliath: Was können Kirchen da ausrichten?
Monninger: Viele Menschen reagieren auf Katastrophenszenarien mit einer Selbstimmunisierung. Da können die Kirchen mit ihrer Glaubensverkündigung einsetzen. Angst und Panik sind schlechte Ratgeber. Gelassenheit des Glaubens ermöglicht vernünftige Schritte und vermeidet die Flucht in den Konsumtrost. Das Klimathema ist eine gewaltige ethische Herausforderung: Es geht darum, die natürlichen Lebensgrundlagen für unsere Kinder und Enkel zu erhalten. Es geht um Gerechtigkeit und Nächstenliebe zwischen den Generationen.
Was tun Sie selbst für den Umweltschutz?
Monninger: Ich habe seit zwölf Jahren kein Auto mehr. Meine Mobilität ist durch öffentliche Verkehrsmittel, Fahrrad und Carsharing gewährleistet. Wer in einer Großstadt wohnt, kann so gut zurechtkommen. In meiner Mietwohnung optimiere ich mein Nutzerverhalten: richtig lüften, Rollos nachts herunterlassen, Bad und Schlafzimmer nicht durchheizen. Strom spare ich durch Verzicht auf Standby-Schaltung beim Fernseher und anderen Geräten. Wenn das alle Bundesbürger machen würden, hätte man die Stromleistung eines großen Kernkraftwerks gespart. Fragen: Susanne Petersen
| KLIMA-ALLIANZ
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