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Dieser Artikel: Ausgabe 49/2006 vom 03.12.2006
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Weihnachtsmannfreie Zone

Wie sich Pro-Nikolaus-Initiativen gegen »Cocalisierung« wehren


Überall in Deutschland scheint der »Weihnachtsmann« auf dem meist öknomisch motivierten Vormarsch. Doch noch immer hat Sankt Nikolaus einige Anhänger, die unverbrüchlich zu ihm stehen. Eine Nikolaus-Initiative in Frankfurt am Main fordert gar »weihnachtsmannfreie Zonen«.

Mosaik-Ikone des heiligen Nikolaus, Konstantinopel, Ende 12. Jahrhundert.
Foto: epd-bild
   Mosaik-Ikone des heiligen Nikolaus, Konstantinopel, Ende 12. Jahrhundert.

Joshua (4) und seine Schwester Marilena (3) sind schon Tage vor dem anstehenden Nikolaus-Besuch ganz aufgeregt. Sie lernen ein Gedicht auswendig, das sie für den hohen Besucher aufsagen wollen, und haben sogar schon ein paar Bilder für den Nikolaus gemalt. »Der freut sich dann, weißt du«, sagt Joshua. Die beiden finden das Nikolausfest fast noch spannender als Weihnachten. »Der Nikolaus kommt uns ja echt besuchen«, erzählt Marilena. »Aber das Christkind, das sehen wir nie.«

In Joshuas und Marilenas Familie ist der Nikolaus fester Bestandteil der Adventszeit. Doch das ist in weiten Teilen Deutschlands eher zur Ausnahme geworden. Viele Kinder wissen mit dem Bischof von Myra, der im 4. Jahrhundert in der heutigen Türkei geboren wurde, nur noch wenig anzufangen. Stattdessen ist der Weihnachtsmann überall auf dem Vormarsch. Mit roter Zipfelmütze und weißem Rauschebart ist er bereits im November millionenfach präsent. An sein »Ho,ho,ho« und »Merry Christmas« hat man sich auch hier zu Lande längst gewöhnt.

»Verkümmerte Schrumpffigur«

Aufkleber der Aktion »Weihnachtsmannfreie Zone«.
Foto: epd-bild
   Aufkleber der Aktion »Weihnachtsmannfreie Zone«.

Doch nicht alle können sich mit ihm anfreunden. Noch hat Sankt Nikolaus einige Anhänger, die unverbrüchlich zu ihm stehen. Die Nikolaus-Initiative in Frankfurt am Main etwa fordert »weihnachtsmannfreie Zonen«. »Sankt Nikolaus soll ein Stück seiner traditionellen Bedeutung zurückgewinnen«, fordert der Vorsitzende, der Jesuitenpater Eckhardt Bieger (67).

»Der Weihnachtsmann transportiert keine Werte. Der Nikolaus dagegen war der Freund und Patron der Kinder, der ihnen beistand und den sie um Hilfe bitten konnten«, sagt Bieger. Dass der Weihnachtsmann eine »verkümmerte Schrumpffigur des Nikolaus« ist, findet auch der Sprecher des Erzbistums Köln, Christoph Heckeley. »Der Weihnachtsmann beschränkt sich darauf, ganz platt für Kommerz zu stehen.«

Tatsächlich ist der Weihnachtsmann, wie man ihn heute kennt, vor allem eine Erfindung von Coca Cola. Der Schwede Haddon Sundblom sollte 1931 eine Weihnachtskampagne für die dunkle Limonade erfinden. Während er nach einer Idee suchte, sah er zufällig einen pensionierten alten Auslieferungsfahrer von Coca Cola, der einen weißen Vollbart hatte. Und so zeichnete Sundblom einen »Cola Claus«, den er mit den Firmenfarben von Coca Cola, also rot-weiß, bedachte. Zwar gab es zuvor schon die vom holländischen Sinterklaas (Nikolaus) abgeleitete Figur des Santa Claus, doch der trug keine einheitliche Kleidung und war zudem relativ unbekannt.

Zum Schoko-Nikolaus umrüsten

»Willkommen im Club der Cocalisierten«, spöttelt denn auch Sepp Obermeier vom Förderverein Bayerische Sprache. Der Niederbayer aus Konzell hat dem Weihnachtsmann den Kampf angesagt und fährt jedes Jahr nach Österreich, um dort dutzendweise Schokoladennikoläuse einzukaufen. Denn in Deutschland stehen ausschließlich Schoko-Weihnachtsmänner in den Supermarktregalen. Um dem entgegenzuwirken, hat die Frankfurter Nikolaus-Initiative einen Bastelbogen ins Internet gestellt, den sich Eltern und Kinder unter  www.kath.de/nikolaus herunterladen können. Auf der Website wird erklärt, wie man den Schoko-Weihnachtsmann mit wenigen Handgriffen zum Schoko-Nikolaus umrüsten kann.

Das katholische Bonifatius-Werk bietet zudem Aufkleber mit dem Motto »weihnachtsmannfreie Zone« an, die man zusammen mit einer CD mit Nikolaus-Geschichten und -liedern bestellen kann (siehe  www.weihnachtsmannfreie-zone.de). Außerdem gibt es hier eine Liste mit Anbietern, bei denen man Schoko-Nikoläuse bestellen kann.

NIKOLAUS

Zum Thema:

  »Lieber, guter Nikolaus...«: Die verzweigte Geschichte des weltweit erfolgreichsten christlichen Heiligen. » lesen!

 

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Barbara Driessen

 


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/news/aktuell/2006_49_28_01.htm
abgerufen 04.02.2012 - 06:19 Uhr

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