Home
Diese Woche - die aktuelle Ausgabe
Themen
E-Paper: Sonntagsblatt digital
Jetzt im Sonntagsblatt-Shop bestellen!
Archiv
Die Redaktion
Abo-Service
Das Sonntagsblatt-Blog
Anzeigen-Service
Leserreisen
Zeitvertreib
Leserbriefe
Impressum



    
Heute: 08.02.2012
Aktuelle Ausgabe: 06 vom 05.02.2012
Artikel mit anderen teilen!
Dieser Artikel: Ausgabe 33/2006 vom 13.08.2006
Alle Artikel der » Ausgabe 33/2006 im Archiv aufrufen.
  Druckversion


Bürgerentscheid über Meiserstraßen?

Professor Jasper weist Theologen-Kritik an seinem Gutachten zu Straßen-Umbenennung zurück


Der frühere Rektor der Universität Erlangen-Nürnberg, Professor Gotthard Jasper, hat die Theologen-Kritik an seinem Gutachten zu dem umstrittenen früheren Landesbischof Hans Meiser entschieden zurückgewiesen.

Die Schuld der Kirche den Juden gegenüber »konkret thematisiert«: Landesbischof Hans Meiser (Mitte).
Foto: sob
   Die Schuld der Kirche den Juden gegenüber »konkret thematisiert«: Landesbischof Hans Meiser (Mitte).

In einem »Offenen Brief« hatte der evangelische Kirchengeschichtler Professor Berndt Hamm (Erlangen) dem Jasper-Gutachten (wir berichteten) eine Beschönigung und Verharmlosung der Rolle Meisers vorgeworfen. Meiser dürfe nicht als »Kind seiner Zeit« entschuldigt werden, da er mit dem Gewicht seines Amtes die »verheerendsten Kräfte der deutschen Geschichte unterstützt« habe. Im Gegensatz zu Jasper hält der Theologieprofessor deshalb die Umbenennung der Nürnberger Meiser-Straße für gerechtfertigt.

In seiner Erklärung betont Jasper, dass die Haltlosigkeit der Vorwürfe Hamms »evident« sei. »Keinem Studienanfänger würde man solche Fehlinterpretationen durchgehen lassen.« Zitate seines Gutachtens seien aus dem Zusammenhang gerissen.

Landesbischof Hans Meiser (Detail).
Foto: sob
   Landesbischof Hans Meiser (Detail).

Meiser habe durch seine Unterschrift unter Erklärungen, in denen die Schuld der Kirche den Juden gegenüber »konkret thematisiert« wurde, gezeigt, dass er auch persönlich »andere Akzente zum Verhältnis zu Juden« gesetzt habe. Deshalb könne nicht von einem »unrevidierten Antisemitismus« Meisers nach 1945 gesprochen werden.

Die Stadtratsfraktion »Die Freien« hat inzwischen einen Bürgerentscheid in der Frage der Straßen-Umbenennung angeregt. Die Stadtrats-CSU hatte nach dem Jasper-Gutachten eine Umbenennung abgelehnt, die Fraktionen von SPD und Die Grünen sprachen sich hingegen für eine neue Namensgebung der Straße in der Nürnberger Innenstadt aus. Eine Entscheidung trifft der Stadtrat nach der Sommerpause.

 

Kirche und Nationalsozialismus

Kirche und Nationalsozialismus (Bild: Dietrich Bonhoeffer und »Reichsbischof« Ludwig Müller)

Weitere Beiträge zum Thema »Kirche und Nationalsozialismus« finden Sie » hier.

 

 

Lesen Sie jede Woche auch das Sonntagsblatt-Titelthema, viele weitere interessante Artikel und Terminhinweise. Auch vor Ort immer gut informiert mit dem Sonntagsblatt: Sechs Regionalausgaben berichten über das, was an Ihrem Wohnort wichtig ist im evangelischen Bayern. Mit Gottesdienst-Anzeiger (München/Oberbayern, Nürnberg, Augsburg).
 

 

rep

 


Valid HTML 4.01 Transitional

/news/aktuell/2006_33_10_01.htm
abgerufen 08.02.2012 - 11:19 Uhr

© Sonntagsblatt 1998-2012, ImpressumWebmaster
Angebote für Webmaster