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Dieser Artikel: Ausgabe 22/2006 vom 28.05.2006
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Warum hat Deutschland so wenig Lust auf Kinder?

Sonntagsblatt-Umfrage


Zukunftsangst, wenig partnerschaftliche Männer, zu wenig Betreuungsangebote, zu viele materielle Ziele? Die Meinungen von vier Frauen.

Carola Ess
Foto: maf

»Angst vor der Zukunft«

»Junge Leute sehen Kinder als echtes finanzielles Risiko. Windeln, Babykleidung, ein Kinderzimmer - das ist teuer. Den Kindern soll es gut gehen! Bei vielen Frauen überwiegt aber die Angst vor der wirtschaflichen Zukunft unseres Landes. Kein Berufsanfänger kann sicher davon ausgehen, dass er auch in ein paar Jahren noch einen Arbeitsplatz hat. Und dass Mutter und Vater im Beruf bleiben, ist ohnehin schwer.«

Carola Ess (19), Schülerin an einer Fachoberschule, München

Eva Tillmetz
Foto: pth

»Auf die Männer kommt es an«

»Es gibt nicht genügend Männer, die 18 Jahre Verantwortung für ein Kind übernehmen wollen und damit einer Frau signalisieren, dass sie sich mit ihm auf Kinder einlassen kann. Berufstätigkeit ist heute für beide Geschlechter wichtig. Es wird wieder mehr Kinder geben, wenn sich auch Männer für familienfreundliche Arbeitszeiten für beide Geschlechter einsetzen. Und damit für eine familienfreundlichere Gesellschaft.«

Eva Tillmetz (42), Familientherapeutin in Regensburg

Uta Kierchner
Foto: fwa

»Zu wenig Betreuungsangebote«

»Kinder in die Welt setzen heißt, Verantwortung zu übernehmen, persönliche Freiheit aufzugeben. Vielleicht fühlen sich viele Frauen der Verantwortung nicht gewachsen. Da ist der Beruf, den sie aufgeben. Da ist die Angst, doch einmal allein dazustehen. Wünschenswert wäre, dass diese Ängste aufgefangen würden durch das Betreuungsangebot. Es ist ja verheerend, was die Hortplätze in Nürnberg angeht!«

Uta Kierchner (36), Lehrerin, in der 34. Woche, Nürnberg

Michaela Schoberth
Foto: wl

»Es gibt zu viele materielle Ziele«

»Viele Frauen wollen nach Ausbildung und Studium auch längere Zeit in ihrem Beruf arbeiten und schieben die Familienplanung deshalb immer weiter hinaus - manchmal ist es dann eben zu spät für ein Kind. Die Gesellschaft setzt außerdem zu viele materielle Ziele. Der tatsächliche Wert, den Kinder einem geben, gehört nicht dazu. Im Gegenteil: Für viele Familien bedeuten Kinder heute leider ein Armutsrisiko.«

Michaela Schoberth (43), Geschäftsführerin, Weidenberg

 

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abgerufen 08.02.2012 - 22:48 Uhr

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