Die Meiserstraßen umbenennen?
Sonntagsblatt-Umfrage zum Konflikt um den ersten bayerischen Landesbischof Hans Meiser
Vier Stimmen aus München, Ansbach, Bayreuth und Augsburg, wo es nach dem umstrittenene Bischof Hans Meiser benannte Straßen gibt.
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»Bischof Meiser hat unbestreitbar Verdienste: die Verteidigung der Landeskirche gegen die Vereinnahmung durch die Reichskirche des 'Reichsbischofs' Müller im Dritten Reich. Demgegenüber muss aber mit der Betroffenheit der Opfer des NS-Regimes achtsam umgegangen werden. Deshalb sollte man sich mit dem Gedanken einer Umbenennung ernsthaft befassen. Als Anrainer der Meiserstraße wäre ich davon unmittelbar betroffen.«
Ulrich Exler (62), Präsident des Landesamts für Steuern, München, Meiserstraße
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»Wer ist schon unfehlbar?«
»In Ansbach hat es bis jetzt noch keine Diskussion gegeben, die Bischof-Meiser-Straße anders zu benennen. Und ich sehe überhaupt keinen Grund, warum man diese Straße umbenennen sollte. Es ist sicherlich niemand unfehlbar. Wir sollten in unserer heutigen Zeit, in der wir in einem absolut sicheren Land leben, etwas vorsichtiger sein zu urteilen oder zu verurteilen, was Personen der Zeitgeschichte betrifft.«
Ralf Felber (52), Oberbürgermeister, Ansbach
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»Differenziert sehen«
»Für eine Umbenennung gibt es meiner Meinung nach keinen Anlass - genauso wenig wie für einen Gedenkgottesdienst. Man muss die Person Hans Meiser auf alle Fälle differenziert sehen. Er hat in seiner Zeit auf seine Weise versucht, seinen Weg zu gehen. Mit der aktuellen Diskussion tut man ihm aber Unrecht. Immerhin hat er im Dritten Reich die Gleichschaltung der bayerischen Landeskirche verhindert.«
Ruth Scheil (42), Pfarrerin, Hans-Meiser-Straße 1, Bayreuth
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»Sich stellen«
»Meisers Lebensweg wurde aktuell in einem von der Landeskirche beauftragten Buch ausgeleuchtet. Danach war Meiser ein Mensch, der in einer bestimmten Zeit lebte. Seine Äußerungen und Entscheidungen können heute nur differenziert gesehen werden. Eine schnelle Verurteilung hilft nicht weiter. Den Namen Meiserstraße zu belassen, heißt daher für mich: sich bewusst der Vergangenheit zu stellen.«
Heinrich Götz (53), Rektor, Vizepräsident der Landessynode, Augsburg | MEISER-DISKUSSION
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