»Kampf der Kulturen«? Wie ihn verhindern?
Sonntagsblatt-Umfrage
Was bedeutet der der Karikaturenstreit und wozu führt er?
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»Anstatt Angst voreinander Platz füreinander«
»Da hilft nur ein offener, ja gläserner Dialog. Wir müssen die Akzeptanz des anderen höher stellen als die Kritik des anderen. Jede Kultur muss sich klar machen: Ein Kampf gegeneinander hat viel mit Angst zu tun. Ein Dialog kann helfen, die Angst abzubauen, und sogar Platz schaffen für die andere Kultur. Der Papst könnte den Dialog mit der arabischen Welt suchen. Aber den interessiert nur die eigene, christliche Welt.«
Heike Ebli (33), Kunsthistorikerin aus Regensburg
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»Über unseren Kulturbegriff hinausdenken«
»Die Mohammed-Karikaturen waren a) nur die Tropfen, die ein Fass, angefüllt mit Frustration über das Gefühl westlicher Unterdrückung, zum Überlaufen brachten, und wurden b) bewusst instrumentalisiert. Aber es gilt auch: 'Westliche Pressefreiheit' und 'nahöstliche Religiosität' sind schwer vereinbar. Es geht gerade nicht um mehr Toleranz, sondern darum, Gemeinsamkeiten zu finden, die jenseits unseres Kulturbegriffes funktionieren.«
Nicolas Schrode (22), Soziologie-Student, München
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»Respekt und Dialog«
»Ich weiß nicht, ob es gut ist, vom Kampf der Kulturen zu reden. Genau das wollen ja die islamischen Fundamentalisten. Darum heizen sie die Stimmung an und nutzen sie für ihre Ziele. Die schweigende Mehrheit in den islamischen Ländern ist friedlich, aber nicht in den Medien gegenwärtig. Gegensteuern lässt sich nur mit Respekt vor den religiösen Überzeugungen des anderen und im Dialog mit allen, die dazu willens sind.«
Gerhard Schick (64), Pfarrer i. R., Gollachostheim
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»Vorurteile werden bestärkt«
»Als Christ ärgere ich mich sehr, wenn Jesus Christus verunglimpfend dargestellt wird - was leider häufig geschieht. Die Presse muss selbst ihre Grenzen dort setzen, wo religiöse Gefühle verletzt werden. Jedes Freiheitsrecht endet dort, wo das Recht des anderen beginnt. Andererseits: Jesus hat anders als Mohammad nie das Schwert ergriffen. Radikale Muslime tun zurzeit alles, um die Vorurteile, die es im Westen gibt, zu bestärken.«
Wolfram Göll (35), Journalist, Schwabach |