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Dieser Artikel: Ausgabe 51/2005 vom 18.12.2005
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Stille im Lärm

Interreligiöser Gebetsraum am Flughafen München eingeweiht


In der Stille und »Dunkelheit des unendlichen Alls«, die den Besucher im Eingangsbereich des Gebetsraumes umfängt...
Foto: Petersen
   In der Stille und »Dunkelheit des unendlichen Alls«, die den Besucher im Eingangsbereich des Gebetsraumes umfängt...

Lautsprecherdurchsagen, Musik aus Läden und Cafés, das Klappern von Kofferrollen, Motorengebrumm: Der Flughafen München ist geprägt von vielen Geräuschen. Damit Passagiere und Mitarbeiter in all dem Lärm auch einen Platz der Stille finden, haben die evangelische und die katholische Kirche - neben der Christopheruskapelle im Terminal 1 - jetzt auch im Terminal 2 einen »Raum für Gebet und Stille« geöffnet. Er ist als interreligiöser Besinnungsraum angelegt und soll Menschen aller Glaubensrichtungen ansprechen.

Den Besucher empfängt ein schwarz gehaltener Eingangsbereich, an dessen Wänden in weißer Schrift die Symbole und zentrale Glaubenssätze der fünf Weltreligionen leuchten: Die Seligpreisungen für die Christen zum Beispiel oder Psalm 139 für die Juden. Eingebettet in diese »Dunkelheit des unendlichen Alls« liegt als weißer Glaskubus der eigentliche Andachtsraum. In seiner Mitte steht ein 130 Jahre alter Buchenstamm. In zwei Nischen befinden sich vier Sitzplätze.

...liegt ein weißer, nach Osten ausgerichteter Glaskubus, dessen goldenes Licht an einen Sonnenaufgang erinnern soll. Der Buchenstamm verweist inmitten des hochtechnisierten Flughafenbetriebs auf den Schöpfungsgedanken.
Foto: Petersen
   ...liegt ein weißer, nach Osten ausgerichteter Glaskubus, dessen goldenes Licht an einen Sonnenaufgang erinnern soll. Der Buchenstamm verweist inmitten des hochtechnisierten Flughafenbetriebs auf den Schöpfungsgedanken.

Sein Grundgedanke, so Restaurator und Künstler Erwin Wiegerling aus Seeon, sei gewesen, in der technischen Architektur des Flughafens »an die Natur und an den Schöpfungsgedanken zu erinnern«. Die Sage von »einem Baum des Lebens« sei allen Religionen gemeinsam. Die Münchner Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler, die den Raum gemeinsam mit Weihbischof Engelbert Siebler segnete, nannte den Raum »eine geistliche Attraktion«, die zum Vorbild werden könne »für ein humanes, globales Miteinander von Menschen, die einander achten und respektieren«.

Der »Raum für Gebet und Stille« befindet sich auf Ebene 5 im nicht-öffentlichen Bereich des Terminal 2 und kann somit von Passagieren genutzt werden, die auf Anschlussflüge warten. Die Flughafen München Gesellschaft stellt den Raum kostenlos zur Verfügung und hat alle technischen Umbauarbeiten übernommen. Die künstlerische Ausgestaltung, die 125000 Euro gekostet hat, tragen zu gleichen Teilen die evangelische und die katholische Kirche sowie das bayerische Kultusministerium. Der neue Andachtsraum am Flughafen ist der zweite interreligiöse Begegnungsort in Bayern nach dem »Ort der Weltreligionen« auf dem Gelände der Bundesgartenschau in München-Riem.

Susanne Petersen

 


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abgerufen 08.02.2012 - 12:09 Uhr

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