Maßstab ist der Urtext
Bischof Friedrich zum Bibelverständnis der Protestanten
Der bayerische Landesbischof Johannes Friedrich hat den evangelischen Rückzug aus der geplanten gemeinsamen Bibelübersetzung verteidigt.
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 Novum Testamentum Graece, das Neue Testament im Urtext. Darunter die Septuaginta, die altgriechische Übersetzung des Alten Testaments.
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Für das Bibelverständnis der Protestanten sei der Ursprungstext in griechischer beziehungsweise hebräischer Sprache maßgeblich, schreibt das Ratsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in einem Beitrag für »Die Welt«. Eine Bibelübersetzung, die sich an der lateinischen Übersetzung »Vulgata« ausrichte, »ist für uns Evangelische nicht denkbar«
»Das rührt an die Grundlagen unseres Bibelverständnisses, wie wir es seit der Reformation haben und nie aufgeben werden«, stellt der Landesbischof fest. Trotz zweijähriger Debatten über das ökumenische Projekt der Bibelrevision habe die katholische Seite nicht ausreichend realisiert, was für die Protestanten auf dem Spiel stehe. Für die EKD sei es nicht hinnehmbar, dass für die katholische Seite der Gehorsam gegenüber Rom wichtiger sei als ökumenische Rücksichtnahme.
Die EKD hatte vor wenigen Wochen angekündigt, dass sie nicht an der gemeinsam mit der katholischen Kirche geplanten Revision der »Einheitsübersetzung« von 1978 mitwirken werde.
»Gebrauch der Volkssprache«
Zur Begründung verwies die EKD auf das vatikanische Dokument zum »Gebrauch der Volkssprache bei der Herausgabe der Bücher der römischen Liturgie«. Teile dieser Anweisung seien für die evangelische Seite nicht akzeptabel.
Dies gelte auch für die katholische Position, wonach bei strittigen Übersetzungsfragen das Mehrheitsprinzip gelte. |