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Dieser Artikel: Ausgabe 19/2005 vom 08.05.2005
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Warnung vor Ideologien

Gedenkfeier zur Befreiung des KZ Dachau vor 60 Jahre


Unter den vielen Gedenkfeiern dieses Erinnerungsjahres ragte diejenige anlässlich des 60. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau hervor. Gedenkgottesdienst und Festakt brachten Politiker, Kirchenvertreter, ehemalige Häftlinge sowie Veteranen der US-Armee zusammen.

Ökumenischer Segen am »Pfarrerblock« von Baracke 26 auf dem Gelände des vor 60 Jahren befreiten Konzentrationslagers Dachau (v.l.): der griechisch-orthodoxe Erzpriester Malamoussis, Landesbischof Friedrich, der russisch-orthodoxe Priester Vichos, Kardinal Wetter und der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Huber.
Foto: Petersen
   Ökumenischer Segen am »Pfarrerblock« von Baracke 26 auf dem Gelände des vor 60 Jahren befreiten Konzentrationslagers Dachau (v.l.): der griechisch-orthodoxe Erzpriester Malamoussis, Landesbischof Friedrich, der russisch-orthodoxe Priester Vichos, Kardinal Wetter und der EKD-Ratsvorsitzende Bischof Huber.

Im Rahmen der Gedenkveranstaltung öffnete der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) den historischen Zugang zu dem ehemaligen KZ, der 60 Jahre lang geschlossen war.

Es sei »erschütternd und tief bewegend«, denselben Weg wie die Gefangenen zu gehen, sagte Stoiber. Die Erinnerung an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte sei eine wichtige »Zukunftsvorsorge« für die Demokratie, damit in Deutschland menschenverachtende Ideologien, Fremdenhass und politischer Extremismus »nie mehr Fuß fassen können«. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) sagte, dass zu viele Deutsche bei den Nazi-Verbrechen weggeschaut hätten. Unter den KZ-Opfern seien aber auch Deutsche gewesen, die den Widerstand gegen das NS-Regime gewagt hätten. Diese Menschen hätten »Ehre eingelegt« für ihr Land.

Bei dem Gedenkgottesdienst in der Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte bezeichnete der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der Berliner Bischof Wolfgang Huber, das ehemalige KZ als »Ort der Schmach« und als Symbol für ausgestoßene und todgeweihte Menschen.

Nie wieder!

Die Scham über die von Deutschen verübte Gewalt und die Solidarität mit ihren Opfern müsse fest im kulturellen Gedächtnis verankert bleiben. Die Erinnerung an die im KZ ermordeten Menschen könne helfen, Maßstäbe für das eigene Leben zu finden und couragiert gegen Menschenverachtung jeder Art einzutreten.

Der ehemalige KZ-Häftling und Vorsitzende der »Lagergemeinschaft Dachau«, Max Mannheimer, sagte, der Jahrestag der Befreiung müsse eine »Mahnung für Entschlossenheit« sein. Das »Nie wieder!« müsse zur zweiten, ungeschriebenen Präambel des Grundgesetzes werden.

Nach der Gedenkfeier legten über hundert Delegationen Kränze am Internationalen Mahnmal auf dem früheren Appellplatz des Lagers ab. Zahlreiche ehemalige Häftlinge und Veteranen der US-Armee waren zu der Feier nach Dachau gekommen.

Das KZ Dachau war als erstes deutsches Konzentrationslager im März 1933 errichtet worden. Die Nazis inhaftierten dort bis Kriegsende 200000 Menschen, mehr als 40000 wurden ermordet. US-amerikanische Truppen befreiten das Lager am 29. April 1945.

1945: Kriegsende - Zeitenwende

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epd

 


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abgerufen 09.02.2012 - 00:36 Uhr

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