Das Ende des Goldenen Spahn
Sonntagsblatt-Leserin Annemarie Lienig erlebte die Bombardierung des elterlichen Wirtshauses.
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 Der »Goldene Spahn« im Hummelsteiner Weg in Nürnberg mit der Pächterfamilie Lienig. Das Gasthaus wurde 1945 zerstört.
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Meine Eltern waren Pächter der Gaststätte Goldener Spahn am Hummelsteiner Weg in Nürnberg, unmittelbar hinter der evangelischen Gustav-Adolf-Kirche. Bei Fliegeralarm mussten meine Mutter und ich viele Male in den Luftschutzkeller. Ich habe immer gefroren und gezittert, als mich meine Mutter in den Nächten aus dem Bett holte. Mein Vater war im Krieg.
Am 2. Januar 1945, beim großen Luftangriff auf Nürnberg, wurde unsere Gaststätte komplett zerstört. Alles brannte lichterloh, wir hatten unser Hab und Gut und unser Zuhause verloren. Ich war damals fünf, das war ein Schock für das ganze Leben. Trotz allem waren wir Gott dankbar, dass wir noch lebten.
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 Annemarie Lienig.
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Aber wir mussten weg. Am 3. Januar 1945 sind wir mit dem Zug nach Rednitzhembach, Kreis Schwabach, gefahren. Zu Fuß ging es weiter. Mit einem Leiterwagen, in dem ich saß, kamen wir nach Leerstetten zu den Eltern meiner Mutter. Dort konnten wir dann wohnen. |
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Bewegende Dokumente und Zeitzeugenberichte von Lesern des Sonntagsblattes:
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Sonntagsblatt-Leser Berthold Hellmuth aus Heroldsberg schreibt diese Zeilen in seinen Erinnerungen an das Kriegsende vor 60 Jahren. Er war sieben Jahre alt, als sein Heimatort von den Amerikanern eingenommen wurde. »Wie dass sein würde, wenn der Feind angreift, überstieg meine Vorstellungskraft. Wie sieht der Feind aus? Lange hielt ich die Bombermannschaften, die über uns hinweg seit 1941 Nürnberg angriffen, für eine Art Marsmenschen«, notierte Hellmuth.  |