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Dieser Artikel: Ausgabe 16/2005 vom 17.04.2005
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Der Neidfaktor und das Reich Gottes

Landesbischof Johannes Friedrich berichtet der bayerischen Landessynode


Der Begriff »Kirche vor Ort« war zunächst eine Geburt der Spardebatte in der bayerischen Kirche. Der Slogan - erstmals bei einer Kirchenleitungs-Konferenz vor zwei Jahren in Rummelsberg formuliert - sollte markieren, wo das Geld künftig hingehen soll: zu kirchlichem Engagement nahe bei den Menschen. In die Ortsgemeinde, aber auch in eine Sozialstation, die Krankenhaus- oder Flughafenseelsorge und andere Angebote der Kirche.

Landesbischof Johannes Friedrich vor der Synode.
Foto: epd-bild
   Landesbischof Johannes Friedrich vor der Synode.

Landesbischof Johannes Friedrich verdeutlichte nun in seinem Bericht vor der Landessynode in Augsburg die theologische und geistliche Dimension des Begriffs und erinnerte dabei an die Worte Jesu aus dem Lukasevangelium »Siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch« (Lk. 17,21). »Kirche vor Ort« erinnere daran, dass der Geist Jesu nicht abstrakt über uns schwebt, sondern in unserer konkreten Arbeit vor Ort Gestalt gewinnt«, sagte der Bischof.

In dem derzeitigen Prozess gehe es darum, zu überlegen, wie die Landeskirche mit weniger Geld und weniger Personal ihre Aufgaben erfüllen könne. Friedrich gestand, ihn bedrücke es sehr, »wenn Neid und Eifersucht in unserer Kirche eine so große Rolle spielen - wo uns doch die Liebe zu unserer Kirche und vor allem zu dem Evangelium, das unsere Kirche ausstrahlen will und soll, verbindet«.

Finanzen hin oder her: »Der missionarische Auftrag unserer Kirche ist und bleibt unser erstes Anliegen«, so Friedrich. Barrieren, die dem Heiligen Geist dabei im Wege stehen, müssten weggeräumt werden. Notwendig sei ein generelles Umsteuern in der Kirche: »Wir müssen in Zukunft weniger vom Erhalt der Ressourcen, sondern mehr von den Zielen her denken«, sagte Friedrich.

Dass dies »vor Ort« nicht so einfach ist, machte die Synodale Petra Strohbach mit ihrem Einspruch deutlich. Die Nürnberger Staatsanwältin sieht die Sache skeptisch: Wer nur den Mangel verwalte, verliere die Motivation. In Nürnberg sei die Stimmung unter den ehreamtlichen Mitarbeitern deshalb nicht gerade gut.

An einer Stelle zumindest konnte Friedrich Entwarnung geben. Die Notwendigkeit, sich aus finanziellen Erwägungen von Kirchengebäuden zu trennen, sieht er derzeit nicht.

SYNODE

 

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abgerufen 08.02.2012 - 11:31 Uhr

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