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Dieser Artikel: Ausgabe 16/2005 vom 17.04.2005
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Von Punkten und Seelen

Landeskirche stellt Konzept der Gemeindefinanzierung um / Abstimmung verschoben


Ein Thema, noch nicht reif genug zur Entscheidung dieser Frühjahrssynode in Augsburg, das aber die Zukunft der Gemeinden verändern wird: das Finanzausgleichsgesetz, das frühestens 2007 in Kraft tritt.

Was zählt: 18 Punkte pro 100 Gemeindeglieder.
Foto: Wodicka
   Was zählt: 18 Punkte pro 100 Gemeindeglieder.

Flexibel und gerecht soll das neue Finanzgesetz sein, so der zuständige Oberkirchenrat Hartmut Böttcher, »transparent und einfach«. Zumindest die letzten beiden Forderungen scheinen durch ein Punktesystem erfüllt. Die Zahl der Gemeindeglieder bleibt dabei zentrales Kriterium für die Berechnung. Zu einem Sockelbetrag von 10 Punkten bekommt jede Gemeinde 18 Punkte pro 100 Mitglieder. Die Gesamtpunktezahl multipliziert mit dem Punktwert - nach aktuellen Rechnungen 111,76 Euro - ergibt dann das Budget, über das die Gemeinde frei verfügen kann - anstatt wie bisher durch Einzelzuweisungen für Personal- und Sachkosten gebunden zu sein.

Den Punktwert errechnet Böttcher, indem er das für Gemeinden verfügbare Geld (64 Millionen Euro) durch die Gesamtpunktezahl der bayerischen Gemeinden (572000 Punkte) teilt. Von ihrem Budget müssen die Gemeinden Personal wie Sekretärin, Mesner, Hausmeister sowie die Sachkosten bezahlen. Nicht enthalten sind die Pfarrers- und Diakonengehälter, Kindergärten und Sonderseelsorgen.

Zuschläge bekommen großflächige Diasporagemeinden (2 Prozent ihrer Punktzahl) und Gesamtkirchengemeinden (5 Prozent). Damit werden weitere Wege und erhöhter Verwaltungsaufwand ausgeglichen. »Wir müssen aber noch einmal prüfen, ob diese Prozentzahlen ausreichen«, so Böttcher. Neu nachdenken will Böttcher auch über die bislang »eher alpenzentrierte« Verteilung der Mittel für Kurseelsorge und über eine gerechtere Finanzierung der Kirchenmusiker. Während A- und B-Musiker zu 90 Prozent von der Landeskirche bezahlt werden, müssen die Gemeinden für einen C- oder D-Musiker selbst aufkommen.

Verlierer beim neuen Punktsystem sind die Stadtgemeinden, die mit Mitgliederschwund kämpfen. Im konkreten Beispiel einer Citykirche in Nürnberg rechnet Böttcher mit einer Zuwendungsreduzierung um bis zu 70 Prozent. Ob es so weit kommt, sei »eine kirchenpolitische Entscheidung - schließlich machen diese Gemeinden ja auch Arbeit für die Stadt.« Über das Finanzausgleichsgesetz wird voraussichtlich bei der Herbstsynode 2005 abgestimmt.

Susanne Petersen

 


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/news/aktuell/2005_16_11_01.htm
abgerufen 08.02.2012 - 11:03 Uhr

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