Die Barfrau und die Bibel
Mit Jesus hinter der Theke: Wer ist die »Barfrau«, die in Gottschalks Bibel-Test die Beste war?
Sie war die Überraschung bei der Fernseh-Show »Gottschalks großer Bibel-Test« am Gründonnerstag im ZDF: Jennifer Dirksen. Die 22-Jährige konnte 27 der 28 Fragen richtig beantworten und landete damit auf dem Spitzenplatz. Die in der Sendung als »Barfrau« bezeichnete Christin verwies damit andere prominente, ausgewiesene Bibelkenner auf die hinteren Plätze.
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 Sie wusste fast alles: Jennifer Dirksen war die Beste im Bibelquiz bei Thomas Gottschalk.
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Jennifer Dirksen saß in der Sendung im Block der »Vertreter des Nachtlebens« und musste nicht nur gegen fünf Prominente, sondern auch gegen drei andere Gruppen - Hochzeitspaare, Politiker und Kirchendiener - antreten. Doch woher hat eine »Barfrau« eigentlich ihre Bibelkenntnis?
Sie wundert sich über diese Frage. Denn mit der Bibel ist sie aufgewachsen. Regelmäßig liest sie in ihrer »persönlichen Andacht« die Heilige Schrift, um nach Gottes Willen für den Tag zu fragen. Ihre Eltern gehören zu einer unabhängigen freikirchlichen Gemeinde im Gummersbacher Stadtteil Hackenberg. In der Gemeinde hat Jennifer Dirksen ihre Kindheit und Jugend verbracht. In der Sonntagsschule, der Jungschargruppe und in der Jugend wurde sie immer wieder mit dem Wort Gottes konfrontiert. »Zum ersten Mal habe ich mich bewusst für Jesus Christus entschieden, da war ich fünf«, sagt sie. Auch später hat sie immer wieder vor allem auf Gemeindefreizeiten Gotteserfahrungen gemacht, die in ihr die Gewissheit weckten: Gott ist real.
In ihrer baptistisch geprägten Heimatgemeinde ist sie nur noch selten, da sie jetzt in Köln lebt. Und in der Großstadt hat sie noch keine Gemeinde gefunden, in der sie sich geistlich zu Hause fühlt. Es gibt allerdings einen Termin, den sie auf keinen Fall verpassen will: die Pfingstjugendkonferenz des freikirchlichen Missionshauses Bibelschule Wiedenest (Bergneustadt).
Dass sie jetzt in der Diskothek »Bootshaus« hinter der Theke arbeitet, empfindet sie nicht als Widerspruch zu ihrem Glauben. Ihre Eltern stammten aus der früheren Sowjetunion und seien streng religiös erzogen worden. Von Anfang an habe für sie festgestanden, dass sie ihren Kindern mehr Freiheit einräumen müssten. Als Jennifer sich nach der Mittleren Reife dafür entschied, Modedesignerin zu werden, wurde sie von ihren Eltern unterstützt - auch wenn sie dazu mit 17 in die Nähe von Stuttgart umziehen musste.
Und als sie nach dem Examen sagte, dass sie für ihren Lebensunterhalt selber aufkommen wolle, um ihren Eltern nicht auf der Tasche zu liegen, war das auch in Ordnung. Also jobbte sie zunächst in einer Cocktailbar, jetzt in der Großraumdiskothek. »Ich bin da genauso Christin wie zu Hause. Meinen Glauben brauche ich nicht zu verbiegen«, sagt sie.
Sie sieht es als Führung Gottes, dass sie in ihrer Disko von einer Fernseh-»Agentin« für den »Bibel-Test« angesprochen wurde - auch dass es ihr gelang, im Auswahlverfahren nicht nur einen guten Eindruck zu machen, sondern auch alle Bibelfragen richtig zu beantworten.
Vielleicht hilft ihr die Medienerfahrung beim Bibelquiz ja, ihre eigene Firma etwas bekannter zu machen, um dann auch den Nachtjob in der Diskothek an den Nagel hängen zu können. Denn zusammen mit ihrer aus Indien stammenden Freundin Mariam Rasch (22) hat sie das kleine Unternehmen »Interkinder« gegründet, das junge Mode im indischen Stil herstellt. |