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Dieser Artikel: Ausgabe 16/2005 vom 17.04.2005
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ZEITZEICHEN


Wer die Wahl hat, hat die Qual. Ob wir Protestanten behilflich sein könnten? Aber uns fragt ja keiner. Und wenn sie unsereins fragen? Wir könnten es ihnen schon sagen. Jung muss er sein und die Erfahrung eines Alten haben. Nicht zu jung. Sonst hat man ihn zu lang. Nicht zu alt. Sonst ist er zu kurz dran. Pille und Kondome muss er freigeben. Die Geschichte mit dem Zölibat aufheben. Frauen zum Priesteramt zulassen. Den gemeinsamen Tisch des gemeinsamen Herrn zum gemeinsamen Mahl decken. Fehlt noch was? Ach, ja! Bild lesen. Und auf Wolfgang Thierse hören.

Der Papst ist tot. Es lebe der Papst. Aber welcher? Der kirchenpolitische Witz als solcher weiß seit Jahren, wie die bevorstehende Papstwahl verlaufen und ausgehen wird. Nämlich so: Die versammelten Kurienkardinäle lassen sich ins Konklave einschließen und beginnen heftig zu beraten. Nach einer Woche öffnen sich die Tore des Konklaves. Der Sprecher des Kardinalskollegiums tritt vor die gespannt wartende Weltpresse und gibt mit dem Ausdruck tiefsten Bedauerns zur Kenntnis, dass die Beratungen noch weitere Zeit brauchen.

Die Tore des Konklaves schließen sich hinter ihm, und die versammelten Kurienkardinäle setzen ihre heftigen Beratungen fort. Nach einer weiteren Woche öffnen sich die Tore des Konklaves erneut. Der Sprecher gibt wiederum mit dem Ausdruck tiefsten Bedauerns zur Kenntnis, dass die Beratungen noch weitere Zeit brauchen. Die Tore des Konklaves schließen sich erneut hinter ihm, und abermals setzen die versammelten Kurienkardinäle ihre heftigen Beratungen fort.

Nach einer weiteren Woche tritt der Sprecher des Kardinalskollegiums wiederum vor die gespannt wartende Weltpresse, diesmal kreidebleich. Mit zittriger Stimme haucht er: »She is black!« Für die Nicht-Lateiner unter uns: »Sie ist schwarz!«

go

 


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abgerufen 08.02.2012 - 11:21 Uhr

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