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Dieser Artikel: Ausgabe 13/2005 vom 27.03.2005
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ZEITZEICHEN


Wem Gott will rechte Gunst erweisen, den schickt er bekanntlich in die weite Welt. Gerne beschenkt er ihn freilich auch zu Hause. Damit nicht alle gleichzeitig auf die Autobahn müssen. An Ostern verzaubert er kleine fränkische und bayerische Welten mit strahlendem Sonnenschein, blühenden Vorgärten und grünenden Wiesen und mischt fröhlichen Vogelsang und freundliches Storchengeklapper dazu. Als wolle der Himmel illustrieren, »dass Schlafendes wieder wach, Mattes wieder kräftig, ja Totes wieder lebendig wird«.

Trotz seiner hervorragend bebilderten Überzeugungskampagne aus tausend explodierenden Blüten tut sich die Menschheit dennoch schwer mit dem Gedanken an die Auferstehung. Und das schon seit biblischen Zeiten, eingestandenermaßen. Der Jünger namens Thomas, der mit dem Beinamen »der Zweifler«, vertritt den modernen Standpunkt »Ich glaube nur an das, was ich sehe und was ich mit Händen greifen kann«. Da ist sie ja von einmaliger Ehrlichkeit, die Bibel, dass sie uns das nicht vorenthält. Heutige Verkaufsberater würden von so viel Offenheit eher abraten.

Wir gestehen, dass auch der Gedanke an die eigene Auferstehung, weiß Gott, schwerer Tobak ist. Leichter scheint es der Menschheit gegenwärtig zu fallen, an mehrfache »Auferstehungen« zu glauben. Seelenwanderungen liegen lange im Trend. Demgegenüber müssen wir in besagter schonungsloser Offenheit bekennen, dass wir nicht wissen, wie es sein wird. Wir wissen noch nicht einmal, ob das Wetter zu Ostern wirklich so strahlend sein wird, wie eingangs beschrieben. Aber mit Sicherheit wissen wir, dass über der möglicherweise grauen Wolkendecke eine andere, eine strahlende Wirklichkeit herrscht und es nur eine Frage der Zeit ist, wann sie sich zeigt. Als wolle der Himmel illustrieren, »dass Schlafendes wieder wach, Mattes wieder kräftig, ja Totes wieder lebendig wird.«

go

 


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abgerufen 08.02.2012 - 11:58 Uhr

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