Was ist Ihnen am Erinnerungsjahr 2005 wichtig?
Sonntagsblatt-Umfrage: 60 Jahre »danach«
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pr
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»Spannung aushalten«
»Wichtig ist mir, dass an sämtliche Verbrechenskomplexe erinnert werden kann: 'Aufrechnung' betreiben damit nur noch die Extremisten von rechts oder links. Seit einiger Zeit ist auch die Vertreibung der Deutschen aus dem Osten wieder Thema - nicht nur für Günter Grass, sogar für das Fernsehen. Deutsche wurden zu unschuldigen Opfern, viel zu viele waren aber auch brutale Täter. Diese Spannung muss unsere Erinnerungskultur aushalten.«
Manfred Kittel (42), Institut für Zeitgeschichte München.
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»Krieg ist etwas Schreckliches«
»Nie wieder Krieg! Ich habe meinen Kindern und Schülern vermittelt, dass Krieg etwas Schreckliches ist. Als 17-Jähriger wurde ich 1944 in Frankreich von einem Granatsplitter im Unterschenkel getroffen. An den Folgen leide ich bis heute. Am 16. März 1945 erlebte ich den Bombenangriff auf Würzburg. Vom Lazarett am Stadtrand konnte ich die Stadt brennen sehen. Das hat mir den Rest gegeben.«
Paul Binder (78), Studiendirektor a.D., Marktbreit.
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»Zeitzeugen erzählen lassen«
»Als Kind habe ich geglaubt, der Krieg sei weit weg. Jetzt bin ich selbst 40 und sehe, das ist gar nicht so weit. Meine Großeltern hatten im Ort das Postamt und haben sich beim Einmarsch der Amerikaner im Keller versteckt. Die Soldaten fingen ihre Hühner ein und schlachteten sie auf dem Schaltertisch. Das haben sie mir immer erzählt. Was ist, wenn diese Zeitzeugen einmal nicht mehr leben?«
Claudia Balk (40), Religionspädagogin aus Schönsee.
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»Krieg und Frieden«
»1945 erinnert mich an die größte Katastrophe, die Deutschland je getroffen hat. Es ist jedoch auch Ausgangsdatum der längsten Friedensperiode, die wir erlebt haben, und der besten politischen Ordnung, deren wir uns je erfreuten: eines den sozialen Grundsätzen verpflichteten, demokratischen Rechtsstaates. Mit der größten Selbstverständlichkeit nehmen wir seitdem die Menschenrechte für uns in Anspruch.«
Günter R. Schmidt (69), Prof. em., Erlangen. |