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Dieser Artikel: Ausgabe 30/2004 vom 25.07.2004
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Sagen Sie mal, Debora...

Interviews mit Personen der Bibel (80)


Debora zieht an der Seite Baraks in den Krieg. Das Bild stammt aus dem Psalter des hl. Ludwig, einer lateinischen Handschrift aus dem 13. Jahrhundert, heute in der Bibliothèque Nationale de France.
Foto: sob (Repro)
   Debora zieht an der Seite Baraks in den Krieg. Das Bild stammt aus dem Psalter des hl. Ludwig, einer lateinischen Handschrift aus dem 13. Jahrhundert, heute in der Bibliothèque Nationale de France.

  ... kennen Sie Condoleezza Rice?

Debora: Tut mir Leid, nein, da muss ich passen. Wer ist das?

  Das ist die Beraterin eines der heute mächtigsten Männer der Welt, dem Präsidenten von Amerika. Also eine Art Nachfolgerin von Ihnen.

Debora: Aha. Ich grüße meine Schwester!

  Diese Frau soll, so sagt man, ihren Feldherrn in einen Krieg geschickt haben. Sie ähnlich wie Sie damals den israelitischen Feldherrn Barak in den Krieg gegen die Kanaaniten geschickt haben.

Debora: Es ist gut, wenn auch Frauen mal das Sagen haben.

  Absolut. Aber noch besser wäre es, wenn Frauen die Männer dann vom Krieg abhalten!

Debora: Es gibt Zeiten des Friedens und Zeiten des Kampfes. Wenn Kerle Angst haben, muss frau ihnen eben Beine machen.

  Für mich waren Frauen bisher immer die Friedfertigen, die die Männer von ihrer Kriegslüsternheit befreien können.

Debora: Dann müssen Sie wohl nun dazulernen. Ab und zu gilt es, den Kerl in den Männern hervorzu­kitzeln.

  Auch diese Theorie hat sich bis in unsere Zeit fortgesetzt. Trotzdem kann ich sie schwer teilen, wenn diese »Kerle« dann Tausende von Menschen töten.

Debora: Hätte ich Barak nicht in den Krieg geleitet, wäre viel mehr Blut geflossen! Die Feinde zogen doch bereits mit ihren Streitwagen gegen mein Volk! Es ging um einen Verteidigungskrieg, nicht um Angriff. Sollte ich das Volk Israel den Feinden überlassen? Ich wollte endlich Frieden, und manchmal muss man dafür einen Krieg anzetteln.

  Das sehe ich anders. Aber ich möchte mit Ihnen nicht über die ethische Rechtfertigung eines Krieges streiten.

Debora: Tun Sie das nur, ich bin gewappnet. Waren Sie überhaupt jemals im Heer?

  Nein. Ich habe den Kriegsdienst verweigert.

Debora: Oh mein Gott, also wieder kein Kerl. Ich hingegen bin an der Seite Baraks in den Krieg geritten, kann also aus eigener Erfahrung reden.

  Und, hat der Krieg Israels gegen Kanaan auf Dauer Frieden gebracht?

Debora: Aus der Zeit, die ich überblicke, schon.

  Dann sage ich Ihnen: Immer wieder gab es danach Kriege, hunderte Male, in denen Israel gegen die Völker, die in Palästina lebten, kämpfte. Bis heute. Wo Sie damals kämpften - heute heißt die Region »Westbank« - toben noch heute Kriege!

Debora: Das wusste ich nicht. Ich werde neu darüber nachdenken. Und der Krieg, von dem Sie mir anfangs erzählten, in dem meine Nachfolgerin Condoleezza Rice ihren Präsidenten in den Krieg schickte?

  Hat auch nicht geklappt. Der Krieg schien gewonnen - doch noch immer sterben dort Menschen

.

Eine » Übersicht aller Interviews mit Personen der Bibel finden Sie » hier...

 

ZUR PERSON

DEBORA (hebr. »Biene«) ist die einzige in der Bibel erwähnte Richterin. Die fromme Frau lebte im 12. Jahrhundert v. Chr. während der Zeit der »Landnahme«, in der die israelischen Stämme die Region Palästina von den dort lebenden Völkern eroberten. Als der Feldherr Barak von Debora Rat möchte, lässt sie ihn 10000 Krieger zusammenrufen, um gegen den kanaanitischen König Jabin vorzugehen. Sie selbst reitet mit in den Kampf, der für Israel den Sieg bringt.

QUELLE: Buch der Richter 4-5 (Nachschlagen bei  » bibel-online.net:  Richter 4)

 

@ Haben Sie Fragen an Menschen aus der Bibel? Stellen Sie sie ins Internet unter:  www.sagen-sie-mal.de

Uwe Birnstein

 


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/news/aktuell/2004_30_15_01.htm
abgerufen 08.02.2012 - 23:00 Uhr

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