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Dieser Artikel: Ausgabe 28/2004 vom 11.07.2004
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Damals wie heute gilt: füreinander einstehen

Donaumoosgemeinden feiern 200-jähriges Bestehen


Untermaxfeld, Karlshuld und Ludwigsmoos sind die drei »Muttergemeinden« der südbayerischen Protestanten. Jetzt feiert die Gemeinde 200-jähriges Jubiläum.

Die Bischöfe (links Landesbischof Johannes Friedrich, neben ihm Regionalbischof Hans-Martin Weiss) bekamen Körbe mit Kartoffeln aus dem Donaumoos geschenkt. Der größere Bischof bekam natürlich die größeren Kartoffeln.
Foto: Grigoleit
   Die Bischöfe (links Landesbischof Johannes Friedrich, neben ihm Regionalbischof Hans-Martin Weiss) bekamen Körbe mit Kartoffeln aus dem Donaumoos geschenkt. Der größere Bischof bekam natürlich die größeren Kartoffeln.

Einen gelungenen Kirchentag feierten die vier evangelischen Donaumooskirchengemeinden - Lutheraner aus Untermaxfeld, Karlshuld und Ludwigsmoos und Reformierte aus Marienheim - am ersten Juliwochenende. Anlass des dreitägigen, groß angelegten Kirchenfestes mit Konzerten, »Markt der Möglichkeiten« und Festgottesdienst war das 200-jährige Jubiläum der Kirchengemeinde Untermaxfeld - eine der Muttergemeinden der südbayerischen evangelischen Gemeinden.

Deshalb waren auch gleich zwei Bischöfe, drei Dekane und zahlreiche Pfarrerinnen und Pfarrer zum Festgottesdienst am Sonntag in die bis auf den letzten Platz gefüllte Donaumooshalle gekommen: Der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Johannes Friedrich, und der Regionalbischof im Kirchenkreis Regensburg, Hans-Martin Weiss, sowie die Dekane Heinz Schmeckenbecher, Wolfgang Scheidel und Karl-Heinz Wendel nahmen unter zahlreichen anderen Ehrengästen an den Feierlichkeiten teil, um an den ersten evangelischen Gottesdienst zu erinnern, der genau vor 200 Jahren Anfang Juli 1804 in Untermaxfeld vom Ulmer Pfarrer Albrecht Friedrich Meyer gehalten worden war.

Der Gemeindepfarrer von Untermaxfeld, Niclas Willam-Singer, Landesbischof Friedrich, Regensburgs Regionalbischof Hans-Martin Weiss sowie Dekan Heinz Schmeckenbecher (v.l.) beim Donaumooskirchentag in Untermaxfeld.
Foto: Grigoleit
   Der Gemeindepfarrer von Untermaxfeld, Niclas Willam-Singer, Landesbischof Friedrich, Regensburgs Regionalbischof Hans-Martin Weiss sowie Dekan Heinz Schmeckenbecher (v.l.) beim Donaumooskirchentag in Untermaxfeld.

In seiner Predigt zum Wochenspruch »Einer trage des anderen Last« erinnerte Landesbischof Friedrich auch an die schweren Lasten, die die ersten Siedler aus der Pfalz vor 200 Jahren auf sich nehmen mussten, um das sumpfige Donaumoos trockenzulegen. Da passe der Wochenspruch aber auch das Motto der Kirchentages »Für einander einstehen«. Ein Blick in die Geschichte zeige, dass es sich dabei um ein Wort für den Alltag handle. »Nur mit vereinten Kräften ließ sich das gewaltige Werk der Kultivierung des Donaumooses bewerkstelligen.«

Heute sei das Leben körperlich nicht mehr so beschwerlich, das Bibelwort sei aber nicht weniger aktuell. Es gebe vieles, was Menschen belaste, und jeder lebe mit den Wunden seines Lebensweges, die ihn verletzlich machten. »Ein besonderes Kennzeichen der Menschen im Donaumoos ist bis heute, dass einer für den anderen da ist«, betonte Friedrich. »Für einander da sein« sei deshalb keine Parole, sondern etwas, das sich in 200 Jahren bewährt habe, »eine Haltung, die sich an Jesus Christus orientiert, der unsere Lasten getragen hat.«

Schon die Siedler vor 200 Jahren hätten nicht nur von ihrer Arbeitskraft gelebt, sondern hätten auch ihren Glauben mitgebracht: »Wir leben nicht nur von unseren Beziehungen untereinander, sondern auch von unserer Beziehung zu Gott«, so der Landesbischof. Das hätten bereits die Väter und Mütter der Kirchengemeinde Untermaxfeld sehr genau gewusst und deshalb neben der irdischen Existenz auch für eine Existenz vor Gott gesorgt.

In 200 Jahren seien die Menschen im Donaumoos zusammengewachsen: »Katholiken, Lutheraner und Reformierte grenzen sich nicht gegen­einander ab, sondern feiern miteinander diesen Donaumooskirchentag«, betonte Landesbischof Friedrich, bevor er alle Getauften, gleich welcher Kirche, herzlich zum gemeinsamen Abendmahl einlud.

Für den musikalischen Rahmen sorgte beim Gottesdienst der Posaunenchor der reformierten Gemeinde Marienheim unter Leitung von Markus Bitterwolf. Nach einer kleinen Rede von Bürgermeisterin Auguste Schmid trug sich der Landesbischof ins Goldenen Buch der Gesamtgemeinde Königsmoos ein. Anschließend traf man sich zum gemeinsamen Mittagessen mit Bundeswehreintopf, zu dem Gemeindepfarrer Niclas Willam-Singer die über 600 Gäste in der Donaumooshalle eingeladen hatte. Daran nahmen auch wieder die Kinder teil, für die während des Gottesdienstes ein eigener Kindertag mit Spiel und Spaß organisiert worden war.

Musikalisch wurde der Donaumooskirchentag bereits am Freitagabend mit einem Festkonzert in der Untermaxfelder Kirche eingeläutet: Zwei Chöre, vier Instrumentalgruppen und zwei Orgelsolisten boten ein abwechslungsreiches Musikprogramm, das von Renaissancemusik bis zu modernem »Sacro-Pop« reichte. Dazwischen gab es Orgelstücke, die Gertraud Hüß und Ruhestandspfarrer Rudolf Sommer gekonnt vortrugen.

Am Samstagnachmittag stand ein »Markt der Möglichkeiten« mit vielen Programmpunkten im Mittelpunkt des Geschehens: Dazu verband ein Bus-Shuttle-Service die evangelische und katholische Kirche, die beiden Gemeindehäuser, das Pfadfinderhaus und die Donaumooshalle.

Die Besucher hatten die Möglichkeit, an zahlreichen Workshops mit vielen unterschiedlichen Themen teilzunehmen: Das Angebot reichte von Basteln, Seidenmalerei oder Musizieren bis hin zu einer Podiumsdiskussion mit Dekan Heinz Schmeckenbecher zur Zukunft der Kirche. Daneben informierten verschiedene Gruppen und Kreise wie die Notfallseelsorge, die Diakoniestation Karlshuld, die Militärseelsorge oder der Posaunenchor Karlshuld über ihre Arbeit.

Den Abschluss des gelungenen Kirchenfestes machte am Sonntagnachmittag der Pfarrer und Liedermacher Johannes Roth aus Wendelstein mit einem Familienkonzert.

Heidrun Th. Grigoleit

 


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abgerufen 08.02.2012 - 10:59 Uhr

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