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Dieser Artikel: Ausgabe 28/2004 vom 11.07.2004
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Gibt es ein Recht auf Glück?

Von Ann Kathrin Sost

Darf der Mensch alles, was er kann?«, fragen derzeit Plakate in ganz Deutschland. In einem Kinospot blickt der Schauspieler Dietrich Mattausch dem Zuschauer tief in die Augen: »Haben Sie auch Angst, unsterblich zu werden?« Es ist selten, dass Werbung Fragen stellt, statt Antworten zu liefern. Der Behindertenverband »Aktion Mensch«, verantwortlich für die Aktion, will vor allem eins: zum Nachdenken bringen und eine öffentliche Debatte anregen.

Mit einer Sammlung von mehr als 10000 Fragen hat »Aktion Mensch« schon Ende 2002 der Debatte um Bio­ethik und Genforschung Stoff geliefert. Ein Buch mit dieser Sammlung ging Ende 2003 an alle Mitglieder des Bundestages, Wissenschaftseinrichtungen und Medien. Mit Unterstützung von zahlreichen Prominenten lief das Projekt nun in seine zweite Phase. Denn die Entwicklungen in den Biowissenschaften und der Medizin sollen nicht allein Thema der Fachleute bleiben, findet »Aktion Mensch«. Forschung an Embryonen, vorgeburtliche Diagnostik oder Sterbehilfe betreffen jeden - und nicht zuletzt Menschen mit Behinderungen, für die der Verband sich stark macht.

Insgesamt 63 Prominente sind bisher zum »Paten« einer der zahllosen Fragen geworden, die »Aktion Mensch« in einer monatelangen Aktion im Internet gesammelt hatte. »Gibt es ein Recht auf Glück und ein leidloses Leben?« fragt etwa Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD). »Ein Baby - hurra, es ist kein Mädchen?« stellt der frühere CDU-Generalsekretär Heiner Geißler zur Diskussion. Von der evangelischen Landesbischöfin Margot Käßmann hin zur Sängerin Ulla Meinecke oder dem Präsidenten der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, wird das Projekt von einem Querschnitt aus Deutschlands öffentlichem Leben unterstützt.

»Wir wollten eine Auswahl aus den tausenden Fragen treffen, die man sich zu Bioethik und Genforschung stellen kann«, erklärt Sprecherin Heike Zirden. Diese können im Internet unter www.1000fragen.de diskutiert werden. Der Erfolg ist so groß, dass »Aktion Mensch« sich nun entschlossen hat, das Projekt zu verlängern. 150000 Besucher zählt die Website bisher.

»Wir bieten die Möglichkeit, differenzierter und ohne Entscheidungsdruck über schwierige Themen zu debattieren«, sagt Zirden. Am Ende will die »Aktion Mensch« Dossiers zu jeder behandelten Frage herausgeben. Den Mitarbeitern des Verbandes ist dabei wichtig zu zeigen, wer mit welchen Mitteln debattiert. Wie steht ein Christ zu Fragen der Gentechnik, wie ein Wissenschaftler? Welche Fragen sind nur persönlich zu beantworten, welche eher politisch? Und welche womöglich gar nicht? Dann ist auch ein zweites Buch geplant, sowie Materialien für den Schulunterricht. Diskussionsstoff, so viel ist sicher, bleibt dank »Aktion Mensch« noch für viele Jahre.

 


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abgerufen 08.02.2012 - 12:12 Uhr

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