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Dieser Artikel: Ausgabe 26/2004 vom 27.06.2004
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Die Heimkehr der gestohlenen Maria

Nach 27 Jahren vor Supermarkt abgelegt


So mysteriös wie sie verschwand, ist eine spätgotische Madonna nach 27 Jahren wieder aufgetaucht. Das bayerische Landeskriminalamt hat nun die Marienskulptur mit Kind - geschätzter Wert rund 20000 Euro - an die evangelische Gemeinde in Rezelsdorf bei Erlangen zurückgegeben. Dort war sie in der Nacht zum Pfingstsonntag 1977 von unbekannten Tätern mit Gewalt aus dem Altar gebrochen und mitgenommen worden.

Holte sich die Rezelsdorfer Madonna aus dem Münchner Landeskriminalamt ab: Pfarrer Wilfried Lechner-Schmidt (links), neben ihm Kriminaldirektor Guido Limmer und Jochen von Stackelberg, der zur Tatzeit Pfarrer der Gemeinde war.
Foto: LKA
   Holte sich die Rezelsdorfer Madonna aus dem Münchner Landeskriminalamt ab: Pfarrer Wilfried Lechner-Schmidt (links), neben ihm Kriminaldirektor Guido Limmer und Jochen von Stackelberg, der zur Tatzeit Pfarrer der Gemeinde war.

Völlig unerwartet wurde die Skulptur vor wenigen Wochen auf dem Parkplatz eines Lebensmittelmarktes in Füssen wiedergefunden. Ein beiliegender Pappdeckel enthielt den holprigen Hinweis: »Dise Mariea wurd warscheinlisch 1978 in Beiern geklaut.« Das Landeskriminalamt fand mit Hilfe seiner Kunstdatenbank heraus, dass das Fundstück nach Rezelsdorf gehörte.

Die Heimkehr der Madonna ist für die 180-Seelen-Gemeinde ein großes Ereignis. »Ich kenne Leute, sie haben die ganze Nacht vor Freude nicht geschlafen«, sagte Pfarrer Wilfried Lechner-Schmidt. Niemand habe damit gerechnet, die Maria noch einmal zu Gesicht zu bekommen, zumal die Kriminalpolizei 1977 von einem Auftragsdiebstahl für einen festen Abnehmer ausgegangen war. »Wir werden die Heimkehr gebührend feiern«, kündigte Lechner-Schmidt an. Zunächst einmal müsse die Figur jedoch restauriert werden.

In einer Mülltüte die Madonna, in der anderen ihre Krone und das Kind, dabei der abgebildete Hinweis - so fand der Fillialleiter eines Füssener Supermarkts das vermutlich reuig zurückgegebene Diebesgut.
Foto: LKA
   In einer Mülltüte die Madonna, in der anderen ihre Krone und das Kind, dabei der abgebildete Hinweis - so fand der Fillialleiter eines Füssener Supermarkts das vermutlich reuig zurückgegebene Diebesgut.

Ein kleines Problem bereitet die unerwartete Heimkehr der Kirchengemeinde dennoch. Denn bereits in den 80er-Jahren hat sie die Maria und eine ebenfalls verschwundene Katharina für jeweils rund 5000 Euro nachschnitzen lassen, um die Lücken im Altar zu füllen. Nun muss sie entscheiden, was damit geschehen soll.

Gestohlen wurde 1977 nicht nur die Maria. Auch die Katharinenskulptur und sechs Silberleuchter verschwanden damals. Nun hoffen die Rezelsdorfer, dass auch sie wieder auftauchen. Hinweise nimmt das Landeskriminalamt in München entgegen (Telefon 089 / 1212-0). Es sind 1000 Euro Belohnung ausgesetzt.

epd

 


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abgerufen 21.05.2013 - 23:55 Uhr

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