Hausmaler der bayerischen Kirche
Der Kirchenmaler und Grafikert Hubert Distler ist tot
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Braun
 Hubert Distler im vergangenen Jahr in Grafrath.
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Unzählige bayerische Kirchen sind mit seinen Glasfenstern, Wandmalereien und plastischen Kunstwerken ausgestattet. Hubert Distler war deshalb so etwas wie ein Hausmaler der bayerischen Kirche, er gehörte zu den schaffensreichsten und kreativsten Kirchenmalern Deutschlands. Vergangene Woche starb er 84-jährig in Grafrath bei München.
Distler wurde am 13. Juli 1919 in Lindau geboren, er verbrachte seine Jugend- und Schulzeit in Schongau und in Weilheim. Neben seinem Kriegsdienst als Funker in einer Aufklärungsabteilung entstanden viele Zeichnungen und Aquarelle in Polen, Frankreich und Russland. Als Studienurlauber von der Ostfront belegte er 1942 sein erstes Semster an der Akademie der Bildenden Kunst in München bei Professor Franz Klemmer.
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 Ziert das Landeskirchenamt in der Münchner Meiserstraße: Christusdarstellung von 1996.
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Beim nächsten Fronteinsatz 1943 bei Odessa wurde er schwer verwundet, er kam nur mit dem Leben davon, weil ihm ein Bein amputiert wurde. Distler ließ sich nicht entmutigen, noch im Krankenstand studierte und arbeitete er weiter. Doch die ersten Jahre nach dem Krieg als selbstständiger Künstler in Schwabing waren für ihn und seine Frau Eva Beer äußerst karg. In der wirtschaftlich schweren Zeit halfen ihm Aufträge von den Münchener Architekten und Kirchenbauern Olaf Andreas Gulbransson, Franz Lichtblau und Theo Steinhauser. Distler erhielt Gestaltungsaufgaben in Kirchen und Gemeindehäusern in Bayern und Schwaben. Weitere Arbeiten entstanden in Pfalzel bei Trier, im Raum Kassel, Göttingen, Münster, Hannover, Celle und in Hamburg.
Distler schaffte es, alte und neue Kirchen durch Fresken, Wandgestaltungen, Glasfenster und textile Paramente als Gesamtkunstwerk zu gestalten. Dabei hat er nie etwas Fertiges aus der Schublade gezogen und der Kirche verkauft - immer entwickelte er vor Ort ein Konzept und erklärte dies auch vor der Gemeinde.
Nach Studienreisen in die Camargue/Südfrankreich 1957 und 1959 prägte sich Distlers Hauptthema »Sonne und Dornen« in seiner freien grafischen Arbeit aus. Zu seinem künstlerischen Schaffen zählen auch die Herstellung vieler Paramente in Stick- und Applikationstechnik, sowie die farblich-ornamentale Gestaltung von 18 Orgelhäusern.
Für sein umfangreiches künstlerisches Schaffen im Raum der Kirche erhielt Distler 1980 den ersten Kunstpreis der bayerischen Landeskirche. |