Das Heidenheimer Kloster soll verkauft werden
Der bayerische Staat bietet eines der wichtigsten Baudenkmäler Frankens im Internet an
Als »für den Staat entbehrliche Immobilie« wird seit dem vergangenen Wochenende die über 1250 Jahre alte Klosteranlage in Heidenheim am Hahnenkamm (Kreis Weißenburg-Gunzenhausen) zum Verkauf angeboten. Das Internet-Angebot der Liegenschaftsverwaltung der Bezirksfinanzdirektion Ansbach (www.immobilien.bayern.de) sorgt in der 2700 Seelengemeinde für Empörung und macht Kunsthistoriker sprachlos.
Nach einem Gutachten des Landesamts für Denkmalpflege gehört das Kloster zu den »wichtigsten Baudenkmälern in Mittelfranken«. Die von den angelsächsischen Missionaren Wunibald (gest. 761) und Willibald (gest. 787) gegründete Anlage mit ihrem spätgotischen Kreuzgang gilt als eine Wiege der Christianisierung Frankens. Im angrenzenden Münster befinden sich die Grabstätten der katholischen Heiligen Wunibald und Walburga.
Die seit über 450 Jahren evangelische Kirche mit ihren markanten Doppeltürmen wurde 1927 von der Evangelischen Kirchenstiftung Heidenheim erworben. Die Baulast trägt - wie für die gesamte Klosteranlage - der Staat. Unter dem Dach der Kirche, die unangetastet bleibt, verläuft der ebenfalls angebotene über 500 Jahre alte Kreuzgang. Auch ein überdachter »Heidenbrunnen«, an dem der Legende nach Wunibald taufte, gehört zum »Inventar«.
Das Immobilien-Angebot der Bezirksfinanzdirektion wurde vom Bayerischen Finanzministerium genehmigt. Auf die Frage des Evangelischen Pressedienstes, wie häufig in Bayern säkularisierter Kirchenbesitz dieser Qualität angeboten werde, meinte eine Behördensprecherin »extrem selten.« Das neben leer stehenden Polizeidienststellen, Wohnhäusern und Grundstücken ausgeschriebene Klosterareal von 6100 Quadratmetern wird laut Internet »zum Höchstgebot« veräußert. Der Preis richtet sich nach dem Verkehrswert, den das Hochbauamt festlegt. Erwähnt wird, dass es sich um »Kulturgut« handelt, das unter Denkmalschutz steht.
Angebote sollen bis Ende dieses Monats abgegeben werden. Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass »seitens des Freistaates Bayern als Verkäufer im Erfolgsfall keine Maklerprovision entrichtet und im Falle des Verkaufs keine Auskünfte über den Erwerber erteilt werden.«
Das nach der Reformation aufgelöste Heidenheimer Kloster war nach dem Tode Wunibalds von dessen Schwester Walburga übernommen und um ein Frauenkloster erweitert worden. Es gilt als erstes und einziges »Doppelkloster« der angelsächsischen Mission auf dem Kontinent. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und ging in den Besitz der Markgrafen von Ansbach über. Später wurde der Freistaat Eigentümer, vermietete einige der Räume an Privatpersonen und nutzte andere zur Unterbringung von Asylbewerbern. Seit etwa zehn Jahren hat die politische Gemeinde eine Kapelle sowie mehrere Räume im Kloster gemietet. Mit einen Initiativkreis »Klosterforum« bemüht sie sich um eine verstärkte kulturelle Nutzung durch Kunstausstellungen, Konzerte und Seminare. Über dieses Engagement - derzeit werden für 450 Quadratmeter rund 9200 Euro Jahresmiete an die Liegenschaftsverwaltung gezahlt - ist es in Heidenheim zu erbitterten Auseinandersetzungen gekommen.
Vor diesem Hintergrund zeigte sich Bürgermeister Ewald Ziegler »verärgert und stocksauer« über das Vorgehen des Staates. Obwohl er mit den beteiligten Behörden zusammenarbeite und sich mit dem Gemeinderat um ein Nutzungskonzept bemühe, sei er nicht informiert worden. Ziegler bestätigte, dass es bereits eine Gruppe von Interessenten für das Kloster gebe.
Der Bürgermeister verwies darauf, dass nach dem Abzug von Dienststellen und Behörden und der Schließung der örtlichen Bundeswehrkaserne das Kloster das einzige und letzte Pfund ist, mit dem man in dem strukturschwachen Gebiet am Hahnenkamm noch wuchern könne. Nach dem Abzug der Bundeswehr sei ihm von Politikern und Ministerien Unterstützung versprochen worden. Nun fühle er sich im Stich gelassen. Dabei gebe es durchaus Chancen, gemeinsam ein Konzept für das Kloster zu entwickeln.
»Das Gesicht Heidenheims«
Florian Koch vom Landesamt für Denkmalpflege, ausgewiesener Kenner der Heidenheimer Anlage, wollte die überraschend bekannt gewordenen Verkaufspläne seines Arbeitgebers nicht direkt kommentieren. Er verwies jedoch darauf, dass es sich hier um das »Gesicht Heidenheims« und seinen historisch bedeutsamen Siedlungskern handele. Eine Mitsprache des Denkmalschutzes bei der Auswahl eines möglichen Käufers des Klosters habe seine Behörde kaum, wenn der sich zum »sachgerechten Erhalt« verpflichte.
Der Heidenheimer Dekan Klaus Kuhn zeigte sich über die Verkaufspläne erschüttert. Regelmäßig nutze auch die Kirchengemeinde die Anlage, etwa zu Konzerten oder beim alljährlichen Sommerfest im Klosterinnenhof. Das Münster mit den Grabstätten von Wunibald und Walburga sei ein ganz außergewöhnlicher Ort der Begegnungen zwischen Katholiken und Protestanten, betonte Kuhn. So versuche die »Societas Sancti Wunibaldi«, eine liturgische Erneuerungsbewegung innerhalb der evangelischen Kirche, seit über 30 Jahren hier »den Dienst der Heiligen für die heutige Zeit verstehbar und für den Glauben hilfreich zu machen.«
Das ehemalige »Doppelkloster« eigne sich nicht nur für Begegnungen der Konfessionen sondern auch »für gemeinsames Leben, Lernen und Glauben von Männern und Frauen.« Die heute wieder aktuelle Gender-Diskussion habe in Heidenheim vor etwa 1250 Jahren ihren Anfang genommen, meinte der Dekan. Mit seinem Kirchenvorstand und der Marktgemeinde will er als Reaktion auf die Verkaufsabsichten eine Reihe von Vorschlägen für den Erhalt des Klosters erarbeiten und hofft dabei auf Unterstützung der Landeskirche und des Bistums Eichstätt. Der bayerische Staat bietet eines der wichtigsten Baudenkmäler Frankens im Internet anDas Heidenheimer Kloster soll verkauft werdenAls »für den Staat entbehrliche Immobilie« wird seit dem vergangenen Wochenende die über 1250 Jahre alte Klosteranlage in Heidenheim am Hahnenkamm (Kreis Weißenburg-Gunzenhausen) zum Verkauf angeboten. Das Internet-Angebot der Liegenschaftsverwaltung der Bezirksfinanzdirektion Ansbach (www.immobilien.bayern.de) sorgt in der 2700 Seelengemeinde für Empörung und macht Kunsthistoriker sprachlos.
Nach einem Gutachten des Landesamts für Denkmalpflege gehört das Kloster zu den »wichtigsten Baudenkmälern in Mittelfranken«. Die von den angelsächsischen Missionaren Wunibald (gest. 761) und Willibald (gest. 787) gegründete Anlage mit ihrem spätgotischen Kreuzgang gilt als eine Wiege der Christianisierung Frankens. Im angrenzenden Münster befinden sich die Grabstätten der katholischen Heiligen Wunibald und Walburga.
Die seit über 450 Jahren evangelische Kirche mit ihren markanten Doppeltürmen wurde 1927 von der Evangelischen Kirchenstiftung Heidenheim erworben. Die Baulast trägt - wie für die gesamte Klosteranlage - der Staat. Unter dem Dach der Kirche, die unangetastet bleibt, verläuft der ebenfalls angebotene über 500 Jahre alte Kreuzgang. Auch ein überdachter »Heidenbrunnen«, an dem der Legende nach Wunibald taufte, gehört zum »Inventar«.
Das Immobilien-Angebot der Bezirksfinanzdirektion wurde vom Bayerischen Finanzministerium genehmigt. Auf die Frage des Evangelischen Pressedienstes, wie häufig in Bayern säkularisierter Kirchenbesitz dieser Qualität angeboten werde, meinte eine Behördensprecherin »extrem selten.« Das neben leer stehenden Polizeidienststellen, Wohnhäusern und Grundstücken ausgeschriebene Klosterareal von 6100 Quadratmetern wird laut Internet »zum Höchstgebot« veräußert. Der Preis richtet sich nach dem Verkehrswert, den das Hochbauamt festlegt. Erwähnt wird, dass es sich um »Kulturgut« handelt, das unter Denkmalschutz steht.
Angebote sollen bis Ende dieses Monats abgegeben werden. Vorsorglich wird darauf hingewiesen, dass »seitens des Freistaates Bayern als Verkäufer im Erfolgsfall keine Maklerprovision entrichtet und im Falle des Verkaufs keine Auskünfte über den Erwerber erteilt werden.«
Das nach der Reformation aufgelöste Heidenheimer Kloster war nach dem Tode Wunibalds von dessen Schwester Walburga übernommen und um ein Frauenkloster erweitert worden. Es gilt als erstes und einziges »Doppelkloster« der angelsächsischen Mission auf dem Kontinent. Im Zuge der Reformation wurde das Kloster aufgelöst und ging in den Besitz der Markgrafen von Ansbach über. Später wurde der Freistaat Eigentümer, vermietete einige der Räume an Privatpersonen und nutzte andere zur Unterbringung von Asylbewerbern. Seit etwa zehn Jahren hat die politische Gemeinde eine Kapelle sowie mehrere Räume im Kloster gemietet. Mit einen Initiativkreis »Klosterforum« bemüht sie sich um eine verstärkte kulturelle Nutzung durch Kunstausstellungen, Konzerte und Seminare. Über dieses Engagement - derzeit werden für 450 Quadratmeter rund 9200 Euro Jahresmiete an die Liegenschaftsverwaltung gezahlt - ist es in Heidenheim zu erbitterten Auseinandersetzungen gekommen.
Vor diesem Hintergrund zeigte sich Bürgermeister Ewald Ziegler »verärgert und stocksauer« über das Vorgehen des Staates. Obwohl er mit den beteiligten Behörden zusammenarbeite und sich mit dem Gemeinderat um ein Nutzungskonzept bemühe, sei er nicht informiert worden. Ziegler bestätigte, dass es bereits eine Gruppe von Interessenten für das Kloster gebe.
Der Bürgermeister verwies darauf, dass nach dem Abzug von Dienststellen und Behörden und der Schließung der örtlichen Bundeswehrkaserne das Kloster das einzige und letzte Pfund ist, mit dem man in dem strukturschwachen Gebiet am Hahnenkamm noch wuchern könne. Nach dem Abzug der Bundeswehr sei ihm von Politikern und Ministerien Unterstützung versprochen worden. Nun fühle er sich im Stich gelassen. Dabei gebe es durchaus Chancen, gemeinsam ein Konzept für das Kloster zu entwickeln.
»Das Gesicht Heidenheims«
Florian Koch vom Landesamt für Denkmalpflege, ausgewiesener Kenner der Heidenheimer Anlage, wollte die überraschend bekannt gewordenen Verkaufspläne seines Arbeitgebers nicht direkt kommentieren. Er verwies jedoch darauf, dass es sich hier um das »Gesicht Heidenheims« und seinen historisch bedeutsamen Siedlungskern handele. Eine Mitsprache des Denkmalschutzes bei der Auswahl eines möglichen Käufers des Klosters habe seine Behörde kaum, wenn der sich zum »sachgerechten Erhalt« verpflichte.
Der Heidenheimer Dekan Klaus Kuhn zeigte sich über die Verkaufspläne erschüttert. Regelmäßig nutze auch die Kirchengemeinde die Anlage, etwa zu Konzerten oder beim alljährlichen Sommerfest im Klosterinnenhof. Das Münster mit den Grabstätten von Wunibald und Walburga sei ein ganz außergewöhnlicher Ort der Begegnungen zwischen Katholiken und Protestanten, betonte Kuhn. So versuche die »Societas Sancti Wunibaldi«, eine liturgische Erneuerungsbewegung innerhalb der evangelischen Kirche, seit über 30 Jahren hier »den Dienst der Heiligen für die heutige Zeit verstehbar und für den Glauben hilfreich zu machen.«
Das ehemalige »Doppelkloster« eigne sich nicht nur für Begegnungen der Konfessionen sondern auch »für gemeinsames Leben, Lernen und Glauben von Männern und Frauen.« Die heute wieder aktuelle Gender-Diskussion habe in Heidenheim vor etwa 1250 Jahren ihren Anfang genommen, meinte der Dekan. Mit seinem Kirchenvorstand und der Marktgemeinde will er als Reaktion auf die Verkaufsabsichten eine Reihe von Vorschlägen für den Erhalt des Klosters erarbeiten und hofft dabei auf Unterstützung der Landeskirche und des Bistums Eichstätt.Gerhard Lenz
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| Das Kloster Heidenheim wurde vor 1250 Jahren von angelsächsischen Missionaren gegründet, der Kreuzgang ist 500 Jahre alt, die Klosterkirche seit 450 Jahren evangelisch.Fotos: epd-bild/LenzInterviews mit Personen der Bibel (75)Sagen Sie mal, Sara,... ...den eigenen Mann ins Bett einer Magd zu schicken - dazu gehört eine gehörige Portion Abgeklärtheit. Sie haben Ihren eigenen Mann zum Ehebruch aufgefordert!
Sara: Hören Sie mir auf mit Ihrer christlichen monogamen Moral. Es ging nicht um die Erfüllung sexueller Gelüste, sondern um die Erfüllung eines Kinderwunsches - nicht um Lust, sondern um Zeugung! Abraham sollte Nachkommen haben. Und da ich sie ihm nicht schenken konnte, war das die einzige Möglichkeit.
n
Das hört sich - wie soll ich sagen? - sehr leidenschaftslos an. Meinen Sie nicht, Ihr Mann Abraham hatte eine glühende Wüstennacht? Hagar war schließlich bedeutend jünger als Sie...
Sara: Was erlauben Sie sich? Abraham hat mich geliebt, nur mich! Nichts und niemand konnte zwischen uns kommen und uns auseinander treiben!
n
Ihre Magd Hagar hat's dennoch versucht, nachdem Ihr Mann sie geschwängert hatte!
Sara: Das war ihr Fehler. Sie hat dafür gebüßt. Das Mädel hat da einiges verwechselt. Nur weil sie Abraham kurze Zeit sehr nahe kam, nahm sie sich mir gegenüber Sachen raus, die nicht richtig waren. Ich musste ihr zeigen, wer die Herrin ist.
n
Bevor es dazu kam, floh sie in die Wüste.
Sara: Das hat mich noch mehr auf die Palme gebracht. Schließlich trug sie das Kind meines Mannes in sich! Eine unverantwortliche Person. Ich habe mich sehr aufgeregt und es bereut, Hagar zur Ersatzmutter auserkoren zu haben. Als sie reumütig zurückkehrte, nahm ich sie richtig hart ran. Diesen ganzen Ärger hätte ich mir wahrlich ersparen können.
n
Wie denn?
Sara: Indem ich Geduld geübt hätte - eine Tugend, die mir leider nicht in die Wiege gelegt worden ist.
n
Geduld? Ich finde es ganz natürlich, dass Sie mit 66 Jahren dachten, Sie würden nie mehr schwanger werden.
Sara: Sag niemals nie! Sollte Gott etwas unmöglich sein?
n
Offensichtlich nicht. Denn 14 Jahre später wurden Sie tatsächlich schwanger.
Sara: In der Tat. Zunächst konnten wir es gar nicht glauben. Aber mein Bauch wölbte sich immer mehr. Die Schwangerschaft war ein Jungbrunnen für mich. So als ob ich endlich ans Ziel gekommen wäre.
n
Jedenfalls hat diese Erfahrung Sie nicht freundlicher gegenüber Hagar gestimmt. Statt nun gereift und großmütig mit ihr umzugehen, haben Sie sie endgültig in die Wüste geschickt .
Sara: Ich bitte Sie! Schließlich war Ismael, ihr Sohn, der Erstgeborene und hätte das Erbe meines Mannes einstreichen können! Dass ich das verhindern wollte, sollte Ihnen einsichtig sein. Mein Sohn Isaak war rechtmäßiger Erbe!
n
Für Ihre Sache gehen Sie über Leichen.
Sara: Jeder sorge für seine Nächsten wie für sich selbst...
n
Aber nicht fair. Der Mohr - ich meine: die ägyptische Magd - hat seine Schuldigkeit getan, also schicke ich ihn in die Wüste.
Sara: Hagar hätte alles haben können - wenn sie sich den Gegebenheiten entsprechend verhalten hätte.
n
Ich werde den Verdacht nicht los, dass von Ihrer Seite aus Eifersucht mitspielt.
Sara: Auf diese kleine Schlampe? Ach was. Fragen Sie doch meinen Mann, der wird Ihnen bestätigen, dass er keine Gefühle für sie empfand!
n
Gute Idee. Das werde ich tun. Nächste Woche.
Fragen: Uwe Birnstein
 Foto:
Karben
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| Die Erscheinung des Engels vor Sara. Giovanni Battista Tiepolo, Fresken zu biblischen Szenen im Bischofspalast von Undine, 1726-1728.Repro: sobZUR PERSONSARA: Mit ihrem Halbbruder und späteren Ehemann Abraham war Sara (hebr.: Fürstin) aus dem Lande Ur nach Kanaan gezogen. Weil sie kinderlos blieb, schickte sie Abraham zu der ägyptischen Magd Hagar, die ihm den Sohn Ismael schenkte. In hohem Alter wurde Sara wider Erwarten doch noch schwanger und gebar Isaak. Um dessen Erbe zu sichern, überzeugte sie Abraham davon, Hagar und Ismael davonzujagen. Sara starb im Alter von 127 Jahren und gilt als Stammmutter des jüdischen Volkes.
QUELLE: 1. Mose 16-23
@Haben Sie Fragen an Menschen aus der Bibel? Stellen Sie sie ins Internet unter: www.sagen-sie-mal.deInterviews mit Personen der Bibel
Der Theologe UWE BIRNSTEIN interviewt in einer Sonntagsblatt-Serie Jesus, Maria und andere prominente Männer und Frauen der Heiligen Schrift.
 Foto:
Karben
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| Mit der Bibel durch die WocheMontag, 14. Juni: 1. Kor. 15,29-34
Dienstag, 15. Juni: 1. Kor. 15,35-49
Mittwoch, 16. Juni 1. Kor. 15, 50-58
Donnerstag, 17. Juni 1. Kor. 16,1-12
Freitag, 18. Juni 1. Kor. 16,13-24
Auferstehung ist Verwandlung
Der Glaube an die Auferstehung der Toten steht im Mittelpunkt der Überlegungen des Apostels Paulus. Er berührt dabei Fragen, die sich uns heute noch genauso stellen:
1. Was können wir tun für unsere Toten?
In Korinth herrschte offenbar der Brauch, sich stellvertretend für bereits Verstorbene taufen zu lassen, um ihnen so das ewige Leben zu ermöglichen. Darin steckt einerseits ein magisches Verständnis der Sakramentswirkung, andererseits das verständliche Bedürfnis, Menschen, die man liebte, auch noch nach ihrem Tod Gutes zu tun. Die katholische Kirche kommt diesem Bedürfnis entgegen, indem sie den Gläubigen die Möglichkeit gibt, Messen für Verstorbene lesen zu lassen. Paulus nimmt zu dem Brauch der Korinther nicht Stellung, macht ihnen aber klar, dass er ein Beweis für ihren Glauben an die Auferstehung ist.
2. Wie geschieht Auferstehung? (15, 35)
Die Antwort des Paulus lässt sich in einem Wort zusammenfassen - ein Wort, das alles enthält, was sich sagen lässt zu der Frage: Wie wird das denn sein, wenn wir auferstehen? Das Wort heißt »Verwandlung«. (15,51) Alles, was wir in den Versen 36-58 lesen, kreist um dieses Wort. Wir werden verwandelt in einen »geistlichen Leib«. Wie man sich das vorzustellen hat, das haben nur einmal Menschen erfahren dürfen, die selbst die Schwelle des Todes noch nicht überschritten hatten: all diejenigen, die zwischen Ostern und Himmelfahrt dem Auferstandenen begegnen durften. Immer wieder lesen wir, dass sie ihn zunächst nicht erkannten - weil er verwandelt war in eben diesen »geistlichen Leib«. Und doch war es dann unverwechselbar er in seinem unverwechselbaren Wesen.
3. Wie wirkt sich der Glaube an die Auferstehung aus?
Wieder lässt sich alles, was Paulus dazu sagt, in einem Wort zusammenfassen: Wachet! Wer wacht, hält Ausschau, Ausschau nach der Ankunft des Herrn. So endet der Brief des Apostels mit dem Gebetsruf, der für jemanden, der »den Herrn nicht lieb hat«, zugleich ein Fluchruf ist: Maranata! Dieses Wort, aus der aramäisch sprechenden Urgemeinde übernommen, heißt »Unser Herr, komm!« oder auch »Unser Herr kommt!«.Maike Schmauß1. sOnntag n. trinitatisWochenspruch: Christus spricht: Wer euch hört, der hört mich; und wer euch verachtet, der verachtet mich.
Wochenlied: Nun bitten wir den heilgen Geist (EG 124)
Predigt: 1. Joh. 4,16b-21 |  |