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Dieser Artikel: Ausgabe 24/2004 vom 13.06.2004
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Europa scheitert, wenn es kein »Europa der Bürger« wird

Die bayerische Landeskirche ruft die evangelischen Christen zur Europawahl auf


Ist Europa so weit weg? Vorausumfragen zufolge droht eine geringe Wahlbeteiligung an diesem Sonntag, wenn die Bayern (wie alle Europäer) aufgefordert sind, ihre Abgeordneten zum Europäischen Parlament in Straßburg zu wählen. Die zwei höchsten Repräsentanten der bayerischen Landeskirche formulierten gemeinsam nun einen Wahlaufruf.

Geben Sie Europa Ihre Stimme!«, so appellieren Landesbischof Johannes Friedrich und Synodalpräsidentin Heidi Schülke an die evangelischen Christinnen und Christen im Freistaat anlässlich der bevorstehenden Wahlen am 13. Juni 2004. »Als Christinnen und Christen sollten wir Europas Zukunft nicht 'abwarten', sondern verantwortungsbewusst unseren Beitrag dazu leisten«, so der Landesbischof und die Synodalpräsidentin weiter. Dazu gehöre, das Recht zur Wahl wahrzunehmen und sich im Dialog für die Einhaltung ethischer Kriterien stark zu machen.

Kirchliches, insbesondere evangelisches Engagement für Europa hat, könnte man sagen, fast schon Tradition. Der Konziliare Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung begleitete die Wende 1989, die die Voraussetzung zur Europäischen Einigung war. Bereits 1992 strengten sich die europäischen Kirchen in Budapest an, eine »europäische Synode« zu installieren. In der Charta Oecumenica vom April 2001 haben sich alle christlichen Kirchen zur Förderung eines friedlichen, humanen und sozialen Europas verpflichtet.

Im März 2004 forderte die Kirchenleitung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern anlässlich der bevorstehenden EU-Osterweiterung in einem »Plädoyer für Europa« die Kirchengemeinden auf, das Bewusstsein für ein geeintes, friedliches Europas zu fördern. Es gelte, sich mit aller Kraft für das Gemeinsame Haus Europa als Wertegemeinschaft einzusetzen.

Hier seien alle Christinnen und Christen gefragt: »Machen Sie sich im Dialog mit den Politikerinnen und Politikern für die Einhaltung ethischer Kriterien stark - insbesondere im Blick auf den Schutz von Leben und Menschenwürde, im Blick auf Frieden und soziale Gerechtigkeit, im Blick auf die Bewahrung der Schöpfung!«

Aus dem Wahlaufruf der Kirchenleitung: »Es mag berechtigte Kritik an bestimmten Ausformungen europäischer Politik und Bürokratie geben. Sie braucht nicht verschwiegen zu werden. Aber es wäre fatal, wenn daraus eine allgemeine Ablehnung und Europa-Verdrossenheit resultierte. Wenn es nicht gelingt, die Europäische Union als 'Europa der Bürgerinnen und Bürger' zu gestalten, droht sie zu scheitern. Denn jede Demokratie gründet wesentlich im Bewusstsein der Menschen, die ihr Vertrauen schenken und für ihre Grundordnungen einstehen...«

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sob

 


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abgerufen 08.02.2012 - 23:39 Uhr

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