Home
Diese Woche - die aktuelle Ausgabe
Themen
E-Paper: Sonntagsblatt digital
Jetzt im Sonntagsblatt-Shop bestellen!
Archiv
Die Redaktion
Abo-Service
Das Sonntagsblatt-Blog
Anzeigen-Service
Leserreisen
Zeitvertreib
Leserbriefe
Impressum



    
Heute: 08.02.2012
Aktuelle Ausgabe: 06 vom 05.02.2012
Artikel mit anderen teilen!
Dieser Artikel: Ausgabe 24/2004 vom 13.06.2004
Alle Artikel der » Ausgabe 24/2004 im Archiv aufrufen.
  Druckversion


Was zu Europa unbedingt dazugehört

EU-Parlamentswahlen am 13. Juni


Falls es stimmt, dass sich Christen und Kirchen in die Debatte um die europäische Einigung zu wenig eingemischt haben, so machen sie, im Vorfeld zu den Wahlen zum Europäischen Parlament, sozusagen wieder alles gut. An die eigene Klientel gibt es Wahlaufrufe. In Richtung Brüssel und Straßburg aber wird der kirchenpolitische Druck erhöht.

Falls es stimmt, dass sich Christen und Kirchen in die Debatte um die europäische Einigung zu wenig eingemischt haben, so machen sie, im Vorfeld zu den Wahlen zum Europäischen Parlament, sozusagen wieder alles gut. An die eigene Klientel gibt es Wahlaufrufe. In Richtung Brüssel und Straßburg aber wird der kirchenpolitische Druck erhöht.

EU-Parlamentswahlen am 13. JuniWas zu Europa unbedingt dazugehörtFalls es stimmt, dass sich Christen und Kirchen in die Debatte um die europäische Einigung zu wenig eingemischt haben, so machen sie, im Vorfeld zu den Wahlen zum Europäischen Parlament, sozusagen wieder alles gut. An die eigene Klientel gibt es Wahlaufrufe. In Richtung Brüssel und Straßburg aber wird der kirchenpolitische Druck erhöht. Der Europarechtler Joseph H. H. Weiler hat in seinem Essayband »Ein christliches Europa« den Befund vorgelegt: Die Bibliotheken sind voll mit Literatur zum europäischen Integrationsprozess. Doch es findet sich darunter keine Arbeit, die ernsthaft das Verhältnis zwischen christlichem Denken und europäischer Integration aufgreife, so seine Beobachtung.

Bischof Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), muss Weiler gelesen haben. Als er neulich seinen Antrittsbesuch als höchster Repräsentant der EKD bei der EU machte, durchbrach er das Schweigen. Das Christentum habe wesentlich zur europäischen Pluralität beigetragen und sei weiterhin Garant und Prägekraft der politischen Kultur der EU, sagte er in Brüssel. Das Gesicht des Kontinents sei vom Christentum entscheidend mitgeprägt.

Zum christlichen Beitrag für die europäische Werteordnung gehören Huber zufolge nicht nur die kulturellen Werte, sondern auch das christliche Menschenbild, der Grundsatz der Toleranz sowie die Verknüpfung von Freiheit und Verantwortung. Auch zur ewigen Kontroverse um den Gottesbezug in der EU-Verfassungspräambel bezog der Bischof endlich klar Position.

Der jetzige Entwurf, der lediglich auf die kulturellen, religiösen und humanistischen Überlieferungen verweist, sei zu schwach und relativiere die christliche Mitgift Europas zu stark. Eine Bezugnahme auf Gott, die an die Grenzen menschlicher Machtausübung erinnert, und ein Verweis auf die christlichen Quellen gehörten in eine Präambel, die von den geistigen Grundlagen Europas handelt, meint der Ratsvorsitzende. Besorgnisse, ein Verweis auf das Christentum sei den Muslimen in Europa schwerlich zuzumuten, lässt Huber nicht gelten. Gewiss sei von Muslimen nicht zu erwarten, dass sie sich zum Gott der Christen bekennen: »Aber es muss von ihnen erwartet werden, dass sie die christliche Prägung Europas respektieren.«

Die beiden großen Kirchen haben nun auch noch einmal Bundeskanzler Gerhard Schröder ins Gebet genommen, sich für einen Gottesbezug und eine Erwähnung der jüdisch-christlichen Wurzeln in der europäischen Verfassung einzusetzen. Huber und der Vorsitzende der katholischen deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, schreiben an den Regierungschef, in einer Formulierung, die zugleich die Achtung vor der Freiheit des Gewissens betone, könnten sich auch jene wiederfinden, die nicht an Gott glaubten.

Auch in der bayerischen Landeskirche wird heftig für Europa Werbung gemacht, verknüpft mit entsprechenden Erwartungen. Landesbischof Johannes Friedrich und Landessynodalpräsidentin Heidi Schülke appellieren an die Christen: »Geben Sie Europa Ihre Stimme!« Der Europa-Beauftragte der Landeskirche, Dieter Breit, unterstreicht im Gespräch mit dem Sonntagsblatt vor allem den Umstand, dass immer mehr Kompetenzen auf die EU-Ebene übergingen. Wer da die politische weitere Entwicklung abwarte, der überlasse anderen »das Gesetz des Handelns«. Handeln jetzt heißt erst einmal konkret: wählen gehen.

AUFRUF

Die bayerische Landeskirche ruft die evangelischen Christen zur Europawahl auf: Europa scheitert, wenn es kein »Europa der Bürger« wird... » mehr!

 

INTERVIEW

Dieter Breit ist der Europabeauftragte der bayerischen Landeskirche. »Politische Mache braucht eine Grenze - Gott«, sagt er. » mehr!

 

UMFRAGE

Gehen Sie zur Europa-Wahl? Warum? » mehr!

 

sob

 


Valid HTML 4.01 Transitional

/news/aktuell/2004_24_01_01.htm
abgerufen 08.02.2012 - 11:43 Uhr

© Sonntagsblatt 1998-2012, ImpressumWebmaster
Angebote für Webmaster