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Dieser Artikel: Ausgabe 46/2003 vom 16.11.2003
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So denken Münchner Bürger über das neue jüdische Gemeindezentrum


Bernhard Steiner (52), Architekt
Foto: fra

Auch städtebaulich ein Gewinn für München

»Ich finde es sehr begrüßenswert, dass die jüdische Gemeinde in der Landeshauptstadt wieder einen würdigen Standort bekommt. Schon deshalb habe ich mich mit meinem Architekturbüro bei der Ausschreibung für das jüdische Kulturzentrum beteiligt. Aber auch aus städtebaulicher Sicht ist das Ganze unbedingt ein Gewinn für München: Der Jakobsplatz, bisher ein Unplatz in der Mitte der Stadt, bekommt erst jetzt eine Identität und Leben.«

Bernhard Steiner (52), Architekt

Kirsten Engelmann (63)
Foto: fra

Die Sicherheitsmaßnahmen sind beschämend für uns

»Mein Mann war im KZ in Flossenbürg, Hersbruck und Dachau. Es sind deshalb auch einige Freunde und Bekannte, für die ich mich freue, dass sie aus dem Hinterhof in der Reichenbachstraße herauskommen. Dass die Münchner Juden nun wieder eine Synagoge bekommen, sehe ich als späte Gerechtigkeit. Ich werde sicher auch zu Veranstaltungen hierher kommen. Die Sicherheitsmaßnahmen sind wohl notwendig, aber für unsere Gesellschaft beschämend.«

Kirsten Engelmann (63)

Claudia Brass (39), Journalistin
Foto: fra

Wer ein Haus baut, will bleiben

»Für die ganze jüdische Gemeinde Münchens ist der Baubeginn ein wichtiges Signal, denn wer ein Haus baut, will bleiben. Beruflich bin ich mit vielen jüdischen Zuwanderern aus den GUS-Staaten in Kontakt gekommen, für die freue ich mich besonders, hier haben sie jetzt ihren Platz. Nun bin ich gespannt, wie das jüdische Kulturzentrum und die neue Synagoge das gesellschaftliche Leben unserer Stadt verändern und prägen können.«

Claudia Brass (39), Journalistin

Jan Gruber (50), Lehrer und Forstwirt
Foto: fra

Das kommt alles reichlich spät

»Wenn man bedenkt, wie lange die jüdische Gemeinde ohne eine zentrale Synagoge auskommen musste, kommt alles reichlich spät. Durch die Zerstörung der alten Synagoge an der Herzog-Max-Straße im Jahr 1938 besteht eine historische Verpflichtung gegenüber den Münchner Juden. Man hat ihnen zu lange das Recht auf einen adäquaten Versammlungsort vorenthalten. Deshalb bin ich als Münchner sehr froh, dass nun hier endlich gebaut wird.«

Jan Gruber (50), Lehrer und Forstwirt

Interviews: Helmut Frank

 


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abgerufen 08.02.2012 - 23:11 Uhr

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