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Dieser Artikel: Ausgabe 46/2003 vom 16.11.2003
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Buße tun - wie macht man das?

Sonntagsblatt-Umfrage zum Buß- und Bettag


Dr. Hansjörg Biener (42), Nürnberg, Erziehungswiss. Fakultät
Foto: fwa

Christen können sagen: »Das war richtig falsch«

»Ich werde in die Kirche gehen, denn Buße geht nicht ohne Bewusstsein von Gott und ohne die Gemeinschaft unter Christen. Dafür steht für mich der Gottesdienst am Buß- und Bettag. Im Unterschied zu vielen säkular orientierten Menschen, die ich kenne, müssen Christen nicht alles als »Erfahrung, die mich weiterbringt« verbuchen. Sie können sagen »Das war richtig falsch!« und können um Gottes Willen neu anfangen. Das sollte man sich immer wieder einmal in Erinnerung rufen.«

Dr. Hansjörg Biener (42), Nürnberg, Erziehungswiss. Fakultät

Gerda Friedlein (54), Obernbreit, Bäckermeisterin
Foto: Krämer

Orientierung an den Zehn Geboten

»Dazu braucht man etwas Ruhe, damit man sich innerlich erforschen kann. Deshalb haben wir am Buß- und Bettag als einem eingeführten Feiertag unser Geschäft geschlossen. Vormittags gehe ich in die Kirche. Es ist nach Weihnachten einer der am besten besuchten Gottesdienste in unserer Gemeinde. Von vielen Kunden weiß ich, dass sie an diesem Tag auch nicht zur Arbeit gehen. Bei der Besinnung orientiere ich mich an den Zehn Geboten. Sie zeigen mir am ehesten, wo man umkehren muss.«

Gerda Friedlein (54), Obernbreit, Bäckermeisterin

Susanne Breit-Keßler (49), Regionalbischöfin für München / Oberbayern
Foto: sob

Neue protestantische Traditionen

»Der Buß- und Bettag ist ein völlig unverzichtbarer Feiertag für den Einzelnen, für die Gesellschaft und im Übrigen auch für die Gemeinden. Buße ist lebensnotwendig. Es braucht Tage, an denen man innehält, zurückschaut, was war, und die nötigen Kurskorrekturen vollzieht. Nach der Abschaffung des gesetzlichen Feiertags haben sich neue protestantische Traditionen etabliert. Die Abendgottesdienste sind außergewöhnlich gut besucht und vor allem oft ökumenisch ausgerichtet.«

Susanne Breit-Keßler (49), Regionalbischöfin für München / Oberbayern

Volker Haug (50), Schuldekan in Günzburg
Foto: dk

Buße in neuem Gewand kommt bei den Jungen an

»Zum Buß- und Bettag fragen meine Schüler: Wir haben zwar frei, wissen aber nicht, warum. Ich sage denen, es geht nicht um Buße im Sinn von Bußgeld-Katalog. Sondern, was könnte es bedeuten, die Richtung zu ändern? Dass wir dazu noch viel mehr Orte und Räume brauchen als in früheren Zeiten, verstehen Jugendliche heute besser. Jesus meinte: Buße ist Veränderung des Herzens, der Einsichten. Das ist eine neue Dimension, die bei der jungen Generation offene Ohren findet.«

Volker Haug (50), Schuldekan in Günzburg

 


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abgerufen 08.02.2012 - 23:25 Uhr

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