Kampf um die Existenz
Evangelische Medienzentrale
Ist´s schon zu spät? Oder kann die drohende Schließung der Evangelischen Medienzentrale Bayern doch noch abgewendet werden? Am Beispiel dieser Einrichtung zeigt sich, wie der drastische Sparkurs der Landeskirche - der 690-Millionen-Haushalt soll in den nächsten zwei jahren um 90 Millionen Euro zurückgefahren werden - im Einzelnen umgesetzt wird.
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epd-bild Bayern
 Jeder greift nach Medien: Etwa 18000 Mal hat die evangelische Medienzentrale im vergangenen Jahr Filme und andere Medien ausgeliehen und damit mehr als 500000 Zuschauer erreicht.
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In der Evangelischen Medienzentrale Bayern in Nürnberg geht die Existenzangst um. Drei Wochen vor der entscheidenden Tagung der Landessynode Ende November in Bad Reichenhall hoffen die Beschäftigten, den Verlust ihrer Arbeitsplätze noch verhindern zu können. Mit neuen Ideen zur Eigenfinanzierung will die bayernweit operierende Medien-Verleihstelle die Kirchenleitung überzeugen, dass drastische Einsparungen auch ohne Schließung zu erreichen sind.
Gegen die Schließungspläne erhebt sich unter den Kunden, darunter vor allem Religionslehrer, ein wahrer Proteststurm. Rund 2500 schriftliche Solidaritätsbekundungen sind bei Medienstellen-Chef Klaus Ploth eingegangen. Grundtenor: ohne Filme, CD-ROMs und DVDs sei kein zeitgemäßer Religionsunterricht möglich. Die Kirche dürfe ihre Mitarbeiter in Schule, Jugend- und Gemeindearbeit nicht ohne audiovisuelle Hilfsmittel lassen, heißt es auch in einem Antrag an die Landessynode, in dem die Erlanger Kirchenparlamentarierin Ute Hirschfelder den Fortbestand der Einrichtung fordert.
Um ihren Zuschuss aus dem Kirchensäckel zu senken, will die Medienzentrale künftig mehr Geld selbst erwirtschaften. Ab 2004 sollen die Medien nicht mehr unentgeltlich, sondern nur noch gegen ein Jahresabo von 48 Euro ausgeliehen werden. Seit zwei Wochen werden die Kunden über diesen Rettungsversuch informiert. Fast 400 haben seither ihre Zustimmung erklärt.
Unterstützung erhofft sich Ploth außerdem von der Gründung eines Fördervereins. Weitere Einsparungen sollen im Technikbereich erzielt werden. »Statt 400000 Euro Zuschussbedarf wären dann nur noch 250000 Euro nötig«, rechnet Ploth vor.
Die Medienzentrale ist nicht die einzige Dienststelle, der das Aus droht. So sollen unter anderem die derzeit neun Kirchensteuerämter auf nur noch drei zusammengelegt werden. In Rede steht auch die Schließung eines weiteren Predigerseminars. Drastische Einsparungen sind auch im Bereich der Evangelischen Erwachsenenbildung vorgesehen. |