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Dieser Artikel: Ausgabe 44/2003 vom 02.11.2003
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»Rauchen kann tödlich sein«: Senkt das Ihren Zigarettenkonsum?

Sonntagsblatt-Umfrage


Karl Christian Götzger (67), Pfarrer i.R., Nürnberg
Foto: sob

Bitte keine Kindergartenmethoden

»Ich rauche etwa eine Packung am Tag. Diese neuen Beschriftungen habe ich noch gar nicht gesehen. Sie sind mir auch vollkommen egal. Die können draufschreiben, was sie wollen. Ich rauche, weil es mir Spaß macht und entscheide selbst, ob ich rauchen will oder nicht. Wenn ich merke, dass es mir nicht mehr gut tut, oder wenn es mir zu teuer wird, höre ich von selber auf. Ab Januar reduziere ich um die Hälfte. Als mündiger Bürger brauche ich solche Kindergarten-Methoden jedenfalls nicht.«

Karl Christian Götzger (67), Pfarrer i.R., Nürnberg

Eva Tillmetz (39), Familientherapeutin aus Regensburg
Foto: Themessl

Warum gibt's für Alkohol keine Todesdrohungen?

»Nein, ich bin Genussraucherin, mein Konsum wird sich nicht ändern. Von Jugendlichen höre ich sogar, die neuen Todes-Aufdrucke seien cool! Ich frage: Warum stehen auf Bier- und Schnapsflaschen keine abschreckenden Worte? Das liegt wahrscheinlich an der Lobby bei uns. Dabei macht Alkohol etliche Leute arbeitsunfähig. Von Rauchern habe ich noch nie gehört, dass sie deswegen ihren Beruf aufgeben müssen. Als Raucher schädige ich mich nur selbst. Trinker werden beziehungsunfähig und können Familien zerstören.«

Eva Tillmetz (39), Familientherapeutin aus Regensburg

Regina Graener, Präventionsbeauftragte »Leben ohne Sucht«, Bayreuth
Foto: Lammel

Warnsprüche steigern nur den Nervenkitzel

»Von solchen Texten lassen sich Kinder und Jugendliche nicht abschrecken. Sie steigern eher den Nervenkitzel. Ich erinnere mich an eine Plakatkampagne, als vor Jahren mit schrecklichen Fotos von Raucherbeinen und zerstörten Lungen vor den Gefahren gewarnt werden sollte. Was hat das gebracht? Das Einstiegsalter bei Rauchern liegt heute bei 10 Jahren. Besser als Warnsprüche auf Zigarettenschachteln ist es, das Selbstbewusstsein der Jugendlichen zu stärken. Dann brauchen sie keine Zigaretten.«

Regina Graener, Präventionsbeauftragte »Leben ohne Sucht«, Bayreuth

David Heinemann (50), Tontechniker, München
Foto: sob

Hüllen als neuer Wirtschaftszweig

»Ich rauche seit 35 Jahren 20 bis 30 Zigaretten am Tag. Dass das gefährlich ist, habe ich vorher auch schon gewusst - es hat mich nicht davon abgehalten. Außerdem gibt es mittlerweile Hüllen, um die Warnaufdrucke zu kaschieren - was sicherlich einen neuen Wirtschaftszweig für die Tabakindustrie eröffnet. Meistens drehe ich meine Zigaretten sowieso selber. Das ist billiger, und es steht nichts auf der Packung. Aufhören würde ich nur wegen meiner Stimme - die macht schön langsam nicht mehr mit.«

David Heinemann (50), Tontechniker, München

 


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abgerufen 08.02.2012 - 11:10 Uhr

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