Home
Diese Woche - die aktuelle Ausgabe
Themen
E-Paper: Sonntagsblatt digital
Jetzt im Sonntagsblatt-Shop bestellen!
Archiv
Die Redaktion
Abo-Service
Das Sonntagsblatt-Blog
Anzeigen-Service
Leserreisen
Zeitvertreib
Leserbriefe
Impressum



    
Heute: 08.02.2012
Aktuelle Ausgabe: 06 vom 05.02.2012
Artikel mit anderen teilen!
Dieser Artikel: Ausgabe 40/2003 vom 05.10.2003
Alle Artikel der » Ausgabe 40/2003 im Archiv aufrufen.
  Druckversion


Sagen Sie mal, Satan...

Interviews mit Personen der Bibel (39)


Kirchenväteraltar des Michael Pacher, entstanden 1471-1475, Alte Pinakothek München.
Foto: sob
   Der Kirchenväteraltar des Michael Pacher, entstanden 1471-1475, befindet sich in der Alten Pinakothek München.

  ...hat es Ihnen eigentlich Spaß gemacht, Hiob so zu quälen?

Satan: Anfangs schon. Ich konnte meine teuflischen Fiesheiten so richtig ausleben - in göttlicher Mission sozusagen.

  Feuersbrünste und Orkane, Mord und Totschlag: Keine Abscheulichkeit haben Sie ausgelassen.

Satan: Am meisten Spaß gemacht haben mir die hässlichen und schmerzhaften Geschwüre, die ich Hiob auf den Leib gesetzt habe. Sie müssen schrecklich weh getan haben. Sie müssen sich vorstellen: Dieser Mann war reich und glücklich. Binnen kürzester Zeit habe ich ihn in einen armen, todkranken Mann verwandelt. Das soll mir mal einer nachmachen!

  Dennoch haben Sie Ihr Ziel nicht erreicht: Hiob vom Glauben an Gott abzubringen.

Satan: Das hat mich wirklich gewundert. Wenn jemand angesichts solcher grausamer Schicksalsschläge weiterhin an Gottes Güte glaubt, macht mich das ratlos - bis heute.

  Wie erklären Sie sich Hiobs hartnäckige Glaubenstreue? Selbst seine Ehefrau hatte ihm geraten, Gott abzuschwören!

Satan: Die hatte ich ja auch instruiert (lacht). Ich habe Hiobs Standhaftigkeit unterschätzt. Es scheint, als setze der Glaube übermenschliche Kräfte frei, die sich meiner Macht aus unerfindlichen Gründen entziehen.

  Sie müssen sich wohl oder übel eingestehen, schwächer als Gott zu sein.

Satan: Na, na, so voreilig wäre ich nicht. Noch ist nicht aller Tage Abend.

  Selbst mit Ihrem zweiten großen Versuch sind Sie gescheitert: In der Wüste haben Sie versucht, Jesus von seinem Weg abzubringen. Vierzig Tage standen Ihnen zur Verfügung, Sie haben ihm das Himmelreich auf Erden versprochen. Ergebnis: null.

Satan: Hätte ich zehn Tage mehr Zeit gehabt, wäre er vielleicht schwach geworden.

  Das glauben Sie doch wohl selber nicht. Geben Sie sich doch endlich geschlagen, Satan!

Satan: Oh nein. In gewisser Weise bin ich genauso standhaft wie Hiob und Jesus, nur unter umgekehrten Vorzeichen. Mein Glaube an die Verführbarkeit des Menschen ist unerschütterlich. Ich habe allerdings meine Strategie geändert. Ich arbeite nicht mehr so offensichtlich, sondern undercover. Niste mich in Fernsehanstalten ein, in Konzernzentralen, in Kasernen ... mit bemerkenswerten Erfolgen. Sie werden noch von mir hören.

  Ich hoffe nicht!

Eine » Übersicht aller Interviews mit Personen der Bibel finden Sie » hier...

 

ZUR PERSON

SATAN galt ursprünglich als Ankläger in einer göttlichen Ratsversammlung (so im Buch Hiob). In neutestamentlicher Zeit wird er zum Gegenspieler Gottes. Der Legende nach ist Satan ein gefallener Engel.

QUELLE: Buch Hiob, besonders 1 und 2; Lukas 4,1-13 (Nachschlagen bei  » bibel-online.net)

@ Haben Sie Fragen an Menschen aus der Bibel? Stellen Sie sie ins Internet unter:  www.sagen-sie-mal.de

 

Uwe Birnstein
Foto: sob

Der Theologe UWE BIRNSTEIN interviewt zum ökumenischen Jahr der Bibel 2003 Jesus, Maria und andere prominente Männer und Frauen der Heiligen Schrift.

Fragen: Uwe Birnstein

 


Valid HTML 4.01 Transitional

/news/aktuell/2003_40_15_01.htm
abgerufen 08.02.2012 - 22:57 Uhr

© Sonntagsblatt 1998-2012, ImpressumWebmaster
Angebote für Webmaster