Die bayerische Landeskirche feilt an ihrem Bildungskonzept
Von Kindererziehung bis zur Seniorenarbeit
Seit der Reformation ist Bildung ein wichtiger Aspekt kirchlichen Engagements in der Gesellschaft. In Zeiten knapper werdender Kassen sollen die Kräfte nun konzentriert werden. Bei einer Konsultation in Nürnberg wurde ein erster Entwurf für ein umfassendes kirchliches Bildungskonzept für die bayerische Kirche diskutiert.
Die Gesellschaft wird immer säkularer, die Kirche immer kirchlicher - wie soll da beides noch zusammengehen? Professor Christoph Scheilke vom Pädagogischen Zentrum Stuttgart sieht die christlichen Werte als das entscheidende Bindeglied zwischen beiden Bereichen. Die Bedeutung christlicher Grundüberzeugungen müsse deshalb »als Dienst und öffentliche Wohltat wieder deutlicher erkennbar werden«, forderte Scheilke bei einer Konsultation zu einem neuen Bildungskonzept in Nürnberg. Bildung, so Scheilke, sei eine elementare Aufgabe und Grunddimension einer protestantischen Kirche. Ziel einer solchen Arbeit sei »lebensdienliche Glaubensgewissheit«.
Die Wurzeln nicht vergessen
Die 120 Teilnehmer im Haus »eckstein« waren sich einig, dass Werteveränderung, Globalisierung und Individualisierung sowie ein sich veränderndes Familienbild einen Neuansatz in der kirchlichen Bildungsarbeit nötig machen. Die Wurzeln sollen deshalb jedoch nicht vergessen werden. Seit der Reformation sei Bildung untrennbar mit der evangelischen Identität verknüpft und als »ganzheitliche Persönlichkeitsbildung« wesentlicher Bestandteil des evangelischen Profils, sagte Kirchenrat Roland Gertz, für den Bildungsbereich zuständiger Referent im Münchner Landeskirchenamt.
Bei der Konsultation wurden zunächst die Fragebögen ausgewertet, die im Sommer vergangenen Jahres an diverse Bildungseinrichtungen und Einzelpersonen geschickt wurden. Ziel des Prozesses ist, bis Ende 2003, spätestens Anfang 2004 ein Konzept vorzulegen, das den Bildungsbereich von der religiösen Erziehung der Kinder bis hin zur Seniorenarbeit in Kirche und Gesellschaft prägt.
Sr. Kerstin Dominika Urban