Was der Ökumenische Kirchentag den Mitarbeitern ist
Größte Börse christlichen Engagements
Wer hin will und sich noch nicht angemeldet hat: Höchste Zeit, denn der Andrang ist riesig. Das große Ereignis in diesem Jahr wird - gerade für kirchliche Mitarbeitende - der Ökumenische Kirchentag vom 28. Mai bis zum 1. Juni in Berlin. Erstmals wird das christliche Großtreffen von beiden Konfessionen gemeinsam veranstaltet.
Thomas Bach, der Geschäftsführer für den Landesausschuss Bayern des Evangelischen Kirchentags, wo alle Informationen zusammenfließen, führt genau Buch, wobei er - notwendigerweise - eher den evangelischen Anteil an der gesamtchristlichen Aktivität im Auge hat: Schon jetzt haben sich 100 Gruppen allein aus Bayern zur »Agora« angemeldet, wie der Markt der Möglichkeiten nun heißt. An die 20 Bläserchöre, Vokalchöre und sonstige kirchenmusikalische »Klangkörper« aus Bayern werden mitwirken, ferner 26 Theater- und Kleinkunstgruppen.
Damit zeichnet sich eine Rekordbeteilung ab: Gegenüber 5000 Bayern in Franfurt (dort war der letzte evangelische Kirchentag 2001) und 8000 in Stuttgart (1999) erwartet Bach eine deutliche Steigerung. Interne Vorausschätzungen sprechen bereits von über 140000 Teilnehmern.
Das hängt natürlich mit dem »ökumenischen Effekt« zusammen: Bach beobachtet, dass es, anders als ursprünglich von manchem befürchtet, keinerlei Vorbehalte gegenüber einem ökumenisch veranstalteten Kirchentag gibt, im Gegenteil: Neben dem traditionellen Besucher-Klientel tauchen nun auch erstmals Gemeindegruppen neuer Zusammensetzung und mit einer ganz neuen Motivation auf. Aus Rückersdorf bei Nürnberg reisen - beispielsweise - die evangelischen und die katholischen Christen gemeinsam an. Die - evangelischen - Kirchenkreise Nürnberg und Bayreuth planen mit der Erzdiözese Bamberg einen gemeinsamen Auftritt.
Drei Sonderzüge aus Bayern nach Berlin sind geplant, zwei weitere werden gegebenenfalls eingesetzt.
Auf dem »Markt« wollen beim Ökumenischen Kirchentag 2003 in Berlin rund 1100 Gruppen ihre Arbeit vorstellen und mit Besuchern diskutieren. Wie die Pressestelle des Kirchentags mitteilte, soll die »Agora«, so das griechische Wort für »Markt«, eine »Börse christlichen Engagements in Deutschland und darüber hinaus« werden. Zur Vorbereitung hatten sich in Berlin bereits 600 Teilnehmer ein erstes Mal getroffen.
Dabei stellte sich heraus, dass die Ökumene durchaus ihre spannungsvollen Reize hat. Die Initiatoren eines Katholikentags sind - traditionellerweise - die Verbände. Ein evangelischer Kirchentag war schon immer ein Kirchentag »der Basis«. Bibelarbeiten - schon das Wort klingt nach protestantischer Ethik. Konfessionelle Gottesdienste - da sind die Katholiken zu Hause. Gewisse »ökumenische Rücksichten«, so Bach, waren bei der Programmplanung also zu nehmen, ganz zu schweigen von dem eigentlichen heißen Thema: Kann es gemeinsame Abendmahlsgottesdienste von Protestanten und Katholiken geben? Aber ja, meinen Kirchengemeinden und wollen dies unbedingt anbieten. Nein, sagen die Kirchenleitungen.
Damit ist aber auch jetzt schon klar, dass alle ökumenisch bewegenden Fragen auf diesem Kirchentag mit Vorrang und unter größter Aufmerksamkeit behandelt werden. lt´
Anmeldung zum Kirchentag: Ab sofort. Im Internet unter www.oekt.de oder aber unter der Servicenummer: (030) 23455555
Lutz Taubert