Projekt »e«: Mentoren begleiten Ehrenamtliche, Nachweismappe bestätigt Qualifikationen
Im Ehrenamt lernt man fürs Leben
Ein älterer, erfahrener Ehrenamtlicher wird Mentor, also quasi Lehrer und Begleiter, für einen Jüngeren, der sich in der Kirche engagieren will. Oder: In einer persönlichen Nachweismappe wird Buch geführt über ehrenamtliche Tätigkeit eines Einzelnen. Zwei Beispiele aus einem Modellprojekt.
Ein Deckname? Projekt »e« klingt geheimnisvoll bis verdächtig, hat aber eine nahe liegende Entschlüsselung: Das Projekt »Ehrenamt«, vom Amt für Jugendarbeit inszeniert, ist Modell, vorbildlich und nachahmenswert, denn es bündelt Chancen, die das Ehrenamt in der Kirche bietet.
11500 Ehrenamtliche erreichen 140000 Jugendliche
Ohne Ehrenamtliche geht in der kirchlichen Arbeit nichts, jedenfalls nicht viel. Wie unverzichtbar sie für das Leben in der kirchlichen Landschaft sind, kann mit Zahlen belegt werden. Allein in der evangelischen Jugendarbeit in Bayern engagieren sich 11500 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gemeinden, Dekanaten und in den sechs Mitgliedsverbänden. Mehr als 140000 Kinder und Jugendliche werden erreicht.
Kompetent leiten dort Ehrenamtliche Kinder- und Jugendgruppen, organisieren Freizeiten, gestalten Gottesdienste und verantworten evangelische Jugendarbeit in den Gremien. Jetzt wurde für sie das Projekt »e« entwickelt. »e« steht für ehrenamtlich, erfolgreich, engagiert.
Der Schriftzug ist Programm. »Mit dem Logo wird sichtbar: Ehrenamtliche stehen im Mittelpunkt«, erklärt Karin Mack, die im Amt für evangelische Jugendarbeit für diesen Arbeitsbereich zuständig ist. »Damit wird deutlich, ihre Arbeit ist wichtig und findet Anerkennung.« Das Logo war noch nicht richtig draußen, schon war das Projekt in aller Munde. Die Acredobank unterstützt »als Partner der Evangelischen Jugend« das Projekt: »Wir wollen Wertvolles mit Werten fördern, denn Menschen im Ehrenamt gehören einfach zu uns.«
Hinter den äußeren Zeichen wie Logo, Aufkleber, Blöcke stehen konkrete Inhalte, wie Karin Mack erläutert. Das Mentoring-Projekt ist ein Beispiel, das Modellcharakter hat. Erfahrene Ehrenamtliche begleiten junge Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Anfängen ihrer Leitungsaufgaben. »Das Grundprinzip ist ›learning by doing‹«, erklärt Ines Bruchmann aus Erlangen, die selbst in den Genuss dieses Lernens kam. Als Delegierte ihres Dekanats wurde sie in den Landesjugendkonvent und von dort in die Landesjugendkammer gewählt.
So wie Ines fragen sich viele Ehrenamtliche, die neu in ein Gremium kommen: »Welche Aufgaben kommen auf mich zu?« »Wie bringe ich mich am besten ein?« oder »Wer ist für was zuständig?« In Seminaren und Regionalgruppen wurden die Neulinge mit ihrer Rolle vertraut gemacht.
Wichtig gerade für junge Menschen, die sich in der Kirche engagieren: Ob in Leitungsgremien, in der praktischen Arbeit oder durch Fortbildungen - Ehrenamtliche erwerben Qualifikationen, die sie auch im »sonstigen Leben« gut gebrauchen können. Eigeninitiative, Kooperations- und Teamfähigkeit oder Flexibilität gehören in der Jugendarbeit zum so genannten Handwerkszeug. Immer mehr Betriebe schätzen diese Kompetenzen und berücksichtigen dies bei Anstellungen.
Unter dem Titel »Qualifikation im Ehrenamt« erhalten Ehrenamtliche in der Jugendarbeit deshalb auf Wunsch eine so genannte Nachweismappe, in der ihre Tätigkeiten beschrieben und die erworbenen Kenntnisse bestätigt werden. Christina Frey-Scholz´nWeitere Informationen zum Projekt »e«: Telefon (0911) 430-261. Die Seite www.ehrenamt.ejb.de ist im Aufbau.
Christina Frey-Scholz