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Zerschlagung drohte, Streit hält an - aber versicherte Mitarbeitende nicht betroffen

Kirchliche »Familienfürsorge« geht zur »HUK«

Inzwischen gehört die »Familienfürsorge« der Versicherung »HUK-Coburg«. Doch das kirchennahe Unternehmen aus Detmold kommt nicht zur Ruhe: Um ein Haar wäre der Konzern zerschlagen worden.

Der Versicherer »HUK-Coburg« hat die angeschlagene »Familienfürsorge« übernommen. Die »Familienfürsorge« mit Hauptsitz in Detmold war im Juli unter Zwangsverwaltung der »Finanzdienstleistungs-Aufsicht« gestellt worden (wir berichteten darüber).

Doch der »Versicherer im Raum der Kirchen« - so die Eigenwerbung der »Familienfürsorge« - kommt nicht zur Ruhe. Nach Angaben der »HUK« sei bereits Ende August eine Absichtserklärung zum Kauf unterzeichnet worden, der die Gremien der Versicherungen noch zustimmen mussten.

Dabei muss es erneut zu Schwierigkeiten bei der Familienfürsorge gekommen sein. Wie erst jetzt bekannt wurde, hatte Ende September sogar die Zerschlagung des Konzerns gedroht. »Fehlende Informationen und die nicht vorhandene Bereitschaft der Vorstände der beteiligten Gesellschaften, offen miteinander zu reden und von Maximalpositionen abzurücken«, hatten nach Informationen von Außendienstmitarbeitern dazu geführt.

100 Millionen Euro für 300000 Verträge

Rund 80 Handelsvertreter der Familienfürsorge hatten in der Zwischenzeit mit der Kündigung gedroht, falls sich die Vertragspartner nicht einig würden. Nach Darstellung der Interessenvertretung der Außendienstmitarbeiter habe dieser Druck und eigene Gesprächsrunden mit der »HUK« erst zu einer Einigung und den Erhalt des kirchennahen Konzernes geführt.

Über die Kaufsumme wurde Stillschweigen vereinbart. Aus Versicherungskreisen wird eine Summe von etwa 100 Millionen Euro genannt.

Die »Familienfürsorge« war wegen der Flaute an den Kapitalmärkten in eine finanzielle Schieflage geraten. Kurt Wolfsdorf war daraufhin von der Aufsichtsbehörde an die Spitze des Unternehmens gesetzt worden.

Der Sonderbeauftragte erläuterte in einer Pressemitteilung, dass die Familienfürsorge nach seiner Prüfung nicht insolvent war. Allerdings hätten »die Sicherheitsmittel des Unternehmens nicht ausgereicht«, so Wolfsdorf. Der Interims-Chef ist überzeugt: »Den Kunden entsteht kein Schaden.«

Nach Angaben der »HUK« wird der Kaufpreis den so genannten Beitragsrückerstattungen zugeführt und kommt somit den Versicherungsnehmern der Familienfürsorge zugute. Damit soll gewährleistet werden, dass bei der Verzinsung der bestehenden rund 300000 Verträge der jeweilige Garantiesatz gewährleistet ist.

Volker Rahn


Nr. 10 - Oktober 2002



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