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Für alle, die in der Kirche mitarbeiten:

»Open Space« in Nürnberg

Die Nürnberger Sebalduskirche

  Open space im Schatten der Nürnberger Sebalduskirche

 

Das geht alle an, die sich in der Kirche engagieren. Open Space - das heißt: Alles, was die Mitarbeitenden bewegt und betrifft, kommt auf den Tisch oder - genauer - in die Mitte eines riesigen Teilnehmer-Kreises. Mit einem Stuhlkreis um die Nürnberger Sebaldus-Kirche wird die Evangelische Kirche in Bayern ihre erste »Open Space«-Veranstaltung beginnen. Vom 20. bis 21. September dauert diese experimentelle Großveranstaltung, zu der bisher über 100 Dauerteilnehmende erwartet werden. Veranstalter ist die landeskirchliche Kommunikationsinitiative. Es geht also - pauschal gesagt - um die binnenkirchliche Kommunikation, die in diesen zwei Tagen konkret ausprobiert werden soll.

Die so genannte »Open Space-Technology« stammt - wie könnte es anders sein - aus den USA und ist eine Methode, alle Kommunikation in einer Großgruppe zu strukturieren und für alle fruchtbar zu machen. Anlass zur Entwicklung einer entsprechenden Methode war die durch eine Untersuchung gestützte Beobachtung, dass bei einer großen Konferenz nicht etwa die Reden das Wichtigste waren, sondern die informellen Pausengespräche. Herbert Kirchmeyer, Öffentlichkeitsarbeiter vom Amt für Gemeindedienst, erläutert für Kirche konkret und kontrovers die »Open Space«-Methode, wie sie nun auf dem Sebaldusplatz in Nürnberg zur Anwendung kommen soll, folgendermaßen:

»Die Methode arbeitet mit vier Prinzipien, einem Gesetz und einer Ermahnung. Die Prinzipien lauten: 1. Die da sind, sind genau die Richtigen. 2. Was auch immer geschieht, es ist das Einzige, das geschehen kann. 3. Es fängt an, wenn die Zeit reif ist. 4. Vorbei ist vorbei...Nicht vorbei ist nicht vorbei.

Das Gesetz der zwei Füße: Dieses Gesetz hat zwei Erscheinungsformen. Es gibt »Hummeln« und »Schmetterlinge«. Hummeln gehen von Gruppe zu Gruppe, um zu lernen, abzustauben oder ihre Erfahrungen einzubringen. Schmetterlinge sind noch unentschlossen, wissen nicht, wo sie hingehören und gelten als Zentren der Inaktivität, in denen viel geschehen kann.

Zum Schluss die Ermahnung: Achtung, mit Überraschungen ist zu rechnen. Wer aktiv dabei ist, wird mit vielen neuen Ideen oder Veränderungen seiner bisherigen Meinungen nach Hause gehen.«

Eine Teilnahme an der gesamten Veranstaltung ist sinnvoll. Gemeinsam beginnen, lernen, verändern und beenden. Die Organisationsleitung liegt bei den beiden Projektleitern der Kommunikations-Initiative, Hanna Wirth und Christian Kopp.

Eine Anmeldung ist über das Internet möglich unter www.bayern-evangelisch.de/marktplatz/ home/perspektiven.htm. Zeit und Ort: 20. bis 21. September in Nürnberg.

Nr. 9 - September 2002



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