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Gemeindebrief-Werkstatt:

Das richtige Programm finden

Pagemaker

  Das Seitenumbruchprogramm "Pagemaker" lässt keine Wünsche offen

In den vergangenen beiden Workshops befassten wir uns mit den Grundlagen des Layouts. Jetzt behandeln wir die dazu benötigten technischen Hilfsmittel. Es gibt kaum noch ein Pfarramt, in dem kein Computer verwendet wird, und es gibt nur noch ganz wenige Gemeinden, die ihren Gemeindebrief mit Schreibmaschine und Schnippelbuch erstellen. Die Hardware ist also vorhanden, es fehlt nur noch die richtige Software.

Hier scheiden sich schon einmal die Geister. Glaubt man der Werbung, dann kann »man« mit der Textverarbeitung Word auch gestalten, und zugegebenermaßen »gestalten« auch sehr viele Gemeinden ihren Kirchenboten mit dieser Textverarbeitung. Es geht - und kostet Nerven, Zeit und eine hohe Frustrationskraft. Word ist für Textverarbeitung konzipiert und kann auch mittels Textfelder Grafiken und Bilder neben und zwischen Texten stellen. Aber spätestens bei einer geringen Textkorrektur ist der mühsam erstellte Seitenumbruch wieder dahin, und die Arbeit beginnt von vorne. Es ist, als ob Sie mit einem Käfer am Formel-Eins-Rennen mitmachen - auch er hat alle Voraussetzungen, um zu fahren.

Wenden wir uns lieber den Boliden zu, den richtigen LayoutProgrammen. Eines haben alle gemeinsam: Text bleibt dort stehen, wo Sie Text hinstellen, und Bilder bleiben ebenfalls an dem ihnen zugewiesenen Ort. Textliche Korrekturen verändern nur die Länge des Abschnitts, das Layout bleibt unangetastet. Tabulatoren und Spalten bleiben immer stabil, und Platz für Weißraum ist kein Fremdwort mehr. Bei meiner Auswahl von Layout-Programmen habe ich auf zwei wichtige Funktionen mein Augenmerk gelegt. Zum einen auf die Handhabbarkeit und zum anderen auf die Schnittstellen Import von Grafiken und Texten und Export für Druckereien und Weiterverarbeitung.

Publisher

Aus dem Hause Bill Gates kommt der kostengünstige Publisher. Aus vielen Mustervorlagen kann ein Layout für Gemeindebrief, Handzettel oder Plakat ausgesucht werden. Eine kurze Einarbeitungsphase, und das eigene Layout ist ebenfalls erstellt. Text und Bilder platzieren, fertig ist das Produkt. Den einmal erstellten Kirchenboten als Kopie öffnen, alte Texte und Bilder raus und neue hinein. Die Seitennummerierung, Vignetten, Gestaltungselemente bleiben an ihrem angestammten Platz - fertig ist der neue Brief. Was so einfach und kostengünstig klingt, hat auch einen Wermutstropfen. Die Handhabbarkeit ist relativ einfach, obwohl einige Menüs aufgeklappt werden müssen, um an das Ziel zu kommen. Die Schnittstelle zur Druckerei ist nicht vorhanden (außer ihre Druckerei hat das Programm - und die mögen es nicht so gerne), weitere Exportfunktionen gibt es nicht.

PageMaker

Mittlerweile hat sich der Klassiker der Layoutprogramme in der Business-Klasse etabliert. Mit der Version 7.0 hat Adobe die Import- und Exportmöglichkeiten erweitert und lässt damit keine Wünsche mehr offen. Es können für unterschiedlichste Layouts Seiten-und Formatvorlagen angelegt werden, und dann ist der Gemeindebrief so schnell fertig, wie die Autoren ihre Texte pünktlich abgeben (was sie fast nie tun - aber es hapert nicht mehr am Layout-Programm). Seiten können mühelos sortiert werden (man nehme eines dieser netten Vorschaubilder, stelle es nach vorne oder hinten, PageMaker macht die Seitennummerierung (Paginierung) selber. Ein »Plug-In« namens Montage stellt den Gemeindebrief im Format A5 auf ein A4-Blatt seitenglatt zusammen. Dadurch werden die erste und letzte, die zweite und vorletzte Seite automatisch auf das Blatt montiert und gedruckt. Die Handhabbarkeit ist gut zu erlernen, man muss sich etwas mit Druckerwissen auseinander setzen (was nicht schadet, sondern hilfreich ist). Die Schnittstellen zu Druckereien und der Austausch zwischen den Plattformen Windows und Macintosh sind problemlos.

InDesign und QuarkXPress

InDesign von Adobe in der Version 2.0 ist zur Zeit das kostengünstigere Layoutprogramm im Profi-Lager der Gestalter. QuarkXPress wird von den meisten Druckereien und Grafikern eingesetzt, kostet aber das Doppelte. Beide Programme lassen keine nichterfüllbaren Gestaltungswünsche aufkommen. Grafische Elemente (Linien, Kurven, Kreise etc.) können direkt in der Anwendung bearbeitet werden. Beide Programme verwalten Bibliotheken, in denen Textbausteine oder Grafiken für die wiederkehrende Verwendung abgelegt werden können. InDesign gestaltet den Textfluss besser, aber das ist etwas für typografische Puristen. Die Handhabbarkeit beider Programme setzt eine große Portion an typgrafischem, gestalterischem und drucktechnischem Wissen voraus. Wer täglich mit Layout zu tun hat, ist mit beiden gut beraten. Export und Import aller brauchbaren Formate sind selbstverständlich.

RagTime und CorelVentura

RagTime arbeitet rahmenorientiert und kombiniert Tabellen- und Textfunktion in einem. Einfache Grafiken können direkt erstellt, komplexere Grafiken als Bilder geladen werden. Das Programm lässt sich relativ schnell erlernen, und es gibt ein günstiges Angebot namens RagTime-Credo für kirchliche Einrichtungen. Privatpersonen können es sogar kostenlos benutzen. CorelVentura kommt aus der Softwareschmiede Corel und hat standardmäßig jede Menge brauchbarer Zusatzprogramme im Paket. Es arbeitet ebenfalls rahmenorientiert, und dadurch muss das Layout gut vorstrukturiert sein, um alle Möglichkeiten der Gestaltung auszuschöpfen. Die Einarbeitungszeit geht relativ schnell. Beide Programme haben ihr Manko in der Schnittstelle zur Druckerei. Während CorelVentura noch Dateien im EPS-Format erzeugen kann (was die anderen Profiprogramme lesen können), gibt es bei RagTime keine vernünftige Exportfunktion. Mit Umwegen lassen sich gute Erzeugnisse drucken, aber das kostet ein paar Euros mehr.

Herbert Kirchmeyer

BERATUNG

Gemeinden, die sich in absehbarer Zeit eine Layout-Programm anschaffen möchten, können sich bei der Öffentlichkeitsarbeit im Amt für Gemeindedienst beraten und informieren lassen. Per Telefon unter (0911) 4316-231 oder per E-Mail: oeffentlichkeitsarbeit@afg-elkb.de

Nr. 6 - Juni 2002



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(Nr. 4/03 - Ende)




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