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Gemeindebrief Werkstatt

Die Redaktion - Lernort für ehrenamtliches Engagement

Gemeindebriefauswahl

  Kleine Auswahl: Über 1000 Gemeindebriefe gibt es in Bayern.

Foto: Fechter

Beim Gemeindebrief-Machen sind alle gefragt: Ehren- und Hauptamtliche, Laien und Theologen, die verschiedensten »Kompetenzen« - nicht nur Menschen, die schreiben und gestalten können, sondern auch Menschen, die gut informiert sind über ihre Gemeinde, die ein Gespür für Themen haben, die in der Luft liegen und Christen bewegen, und die den Ehrgeiz haben, auch die »ferneren« Gemeindeglieder anzusprechen. Gemeindebrief-Arbeit ist also Lernort und Nagelprobe für ehrenamliches Engagement. Unsere Serie »Werkstatt Gemeindebrief« will in einzelnen Bausteinen vom richtigen Schreiben über das »Redaktionsmanagement« bis hin zum Presserecht eine Anleitung für die Gemeindebrief-Praxis sein. Zum Einstieg legen wir gleich einen umfassenden Katalog grundsätzlicher und auch schon sehr praktischer Fragen vor, denen sich eine Redaktion stellen sollte, um sich über den Zweck ihrer Arbeit klar zu werden. In den folgenden Bausteinen werden wir einzelne Themen konkret entfalten.

Grundlegende Schritte

   Treffen Sie Grundsatz-Entscheidungen:

  • Welches Ziel soll der Gemeindebrief erreichen (Infos / Terminübersicht, christliche Erbauung, Spiegelbild des Gemeindelebens ...)?
  • Wer soll vorrangig angesprochen werden (Kerngemeinde, Neuzugezogene, o..)?
  • Welche Ressourcen stehen bereit: personelle, finanzielle, technische Ausstattung?
  • Wer arbeitet regelmäßig mit (Redaktionsteam)?

       Legen Sie ein Grundlayout fest (Titelkopf, Schriftart / -größe, Überschriften, Kästen, Farbe) und nutzen Sie dabei das Know-how von Fachleuten.
    Die Festlegung auf ein einheitliches Grundlayout macht zwar viel Arbeit, aber es lohnt sich: Es erspart nämlich ständig neues Nachdenken und Diskutieren.

       Erstellen Sie ein Grundschema mit Seitenaufteilung, festen Rubriken und festen Plätzen (Gottesdienste, Andacht, Termine, Impressum) usw. und halten Sie an diesem Schema fest. Klären Sie z.B.: wieviel Platz auf jeder Seite, Seitenränder, gegenüberliegende Seiten - Innen/Außenrand).
    Ein festes Grundschema erleichtert das Lesen und Zurechtfinden im Gemeindebrief: Jeder weiß sofort, wo z.B. die Gottesdienste stehen.

       Ein paar praktische Tipps:
    Titelseite: Aussagekräftigen Namen wählen, Verhältnis Titelleiste zu freier Fläche etwa 1:3 bis 1:4. Klären: Was soll die Titelseite bewirken? Wer soll vorrangig damit angesprochen werden? Was kommt also auf die Titelseite?

    Schriftart: für normalen Text auf eine einzige Grundschrift einigen (Variationen dazu in kursiv und halbfett), auf »Sperrschrift« und Unterstreichungen verzichten; für die Überschrift eine andere Schriftart wählen (z.B. Times als Grundschrift, Helvetica/Arial als Überschrift); Blocksatz verwenden

    Spalten: als Faustregel gilt 2 Spalten bei DIN A 5, 3 Spalten bei DIN A 4; Spalten-Zwischenräume festlegen (Buchstabenbreite »mi«) und einigen, ob Spaltenlinien verwendet werden, etwa 40 bis 60 Zeichen pro Zeile (einschließlich Leerzeichen)

    Schriftgröße: ca. 10 Punkt für normalen Fließtext (9-13 pt bei DIN A4, 8-11 pt bei A5)

    Überschriften: mindestens doppelt so groß wie Fließtext (20 Punkt und mehr), Aufteilung in Hauptzeile und Unterzeile sinnvoll; besonders die Hauptzeile »knackig« formuliern

    Kästen / Rahmen / Schattierung / Vignetten: Kästchen usw. nur bei Hervorhebungen verwenden (also sparsamer Umgang); Vignetten gelten bei vielen als »out« und überholt (andere lieben sie heiß und innig) - auf jeden Fall sparsam verwenden (wenn überhaupt) und dann auf eine einzige Vignetten-Familie begrenzen

    Farbe: Es muss nicht immer schwarz sein; bei zweiter Farbe (z.B. Titelkopf) kann man ggf. etwa für ein Jahr vordrucken; eine bunte Papierfarbe ist häufig gut möglich

    Inhaltsverzeichnis: ist nur bei wirklich umfangreichen Publikationen nötig.

    Wiederkehrende Schritte

       Planen Sie jede Ausgabe (monatlich) und sichten Sie das Material:

  • Was steht an (Jahreszeit, feste Termine)?
  • Was ist aktuell (Veranstaltungen, Berichte dazu)?
  • Was wird (unaufgefordert) geliefert (Manuskripte, Fotos, Leserbriefe)?
  • Was soll besonderer Schwerpunkt sein?
  • Wen wollen wir für Artikel / Fotos / Material ansprechen (nicht nur Pfarrer/in)?

       Legen Sie einen groben Seitenspiegel fest (v.a. auf Seite 1, 3 und letzte Seite achten).

       Fordern Sie Manuskripte und Material an (gewünschten Umfang nennen und Abgabetermin nennen) und suchen und sichten Sie vorhandenes Material (z.B. Gemeindebriefhilfen).

       Legen Sie Ihren genauen Seitenspiegel fest (was kommt wohin, was hat wie viel Platz?).

       Bearbeiten Sie die Texte, Fotos und Material; wählen Sie aus und kürzen Sie notfalls (Kürzen ist ein sensibles Thema, aber ohne Kürzen geht es häufig nicht).

    Bei Fremdfotos bzw. Fremdmaterial ist die Frage des Copyrights zu beachten.

    Fotos müssen aufgerastert werden.

    Artikel aus Materialdiensten (z.B. Der Gemeindebrief) sollten neu abgetippt werden, da sie vom Layout und Schriftbild sonst sofort als Fremdkörper erscheinen.

       Montieren Sie Ihre Texte und Fotos (PC-Layout) und erstellen Sie passende Überschriften.

       Lesen Sie (mehrfach) Korrektur (nicht am PC, sondern am Ausdruck). Gut ist es, wenn jemand Korrektur liest, der den Text bisher nicht kennt.

       Geben Sie Ihre Druckvorlagen in die Druckerei und lesen Sie dort nochmals Korrektur.

       Betrachten Sie Ihr fertiges Produkt: Was ist gelungen, was nicht (Feedback im Redaktionskreis)?

       Vergessen Sie nicht, sich bei den MitarbeiterInnen/VerfasserInnen zu bedanken.

       Seien Sie nicht traurig, wenn einmal eine Ausgabe weniger gut gelingt: Beim nächsten Mal wird es bestimmt wieder besser.

    Roland Gertz
       Der Autor, Roland Gertz, ist Referent für Medien und Erwachsenenbildung im bayrischen evangelischen Landeskirchenamt. Roland Gertz

  • Nr. 1 - Januar 2002



    Gemeindebrief-Werkstatt
       Der stille Riese - der Gemeindebrief, das unterschätzte Medium (Nr. 1/02)
       Die Redaktion: Lernort für ehrenamtliches Engagement (Nr. 1/02)
       Leserorientierung ist oberstes Gebot: Erst Zielgruppe und Publikationszweck klären (Nr. 2/02)
       Inhalte: Immer die Gemeinde im Blick (Nr. 2/02)
       Konzeption und Gliederung: Form follows function (Nr. 3/02)
       Kontakt mit dem Leser: Wie werden Publikationen der Kirche wahrgenommen? (Nr. 3/02)
       Layout: Erscheinungsbild zwischen Chaos und Ordnung (Nr. 4/02)
       Layout: Weg mit den Bleiwüsten - Bilder beleben den Kirchenboten (Nr. 5/02)
       Layout am PC: InDesign und Quark XPress - Das richtige Programm finden (Nr. 6/02)
       Schreibwerkstatt: Gute Schreibe lässt sich lernen - Zum Lesen verführen (Nr. 7/02)
       Redigieren: An Überschriften, Vorspännen und Texten feilen, bis man sie versteht (Nr. 8/02)
       Redaktionsmanagement heißt zunächt einmal viele Mitarbeiter gewinnen: Ein Hoch dem Team! (Nr. 9/02)
       Journalistische Formen: Bericht, Reportage oder Glosse? Welche journalistische Darstellungsform ist wo angemessen? (Nr. 10/02)
       Presserecht: Was man bei Bildern alles falsch machen kann (Nr. 11/02)
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       Vom Gedruckten ins Internet und Einfacher Internetauftritt: Vernetzte Kirche bietet Musterseiten für Gemeinden (Nr. 1/03)
       PDF und XML sollten Gemeindebriefmacher kennen und Öffentlichkeitsmanagement: Ein Schaukasten ist kein schwarzes Brett (Nr. 2/03)
       Wie ein Heft entsteht: Ein gutes Redaktionsmanagement ist unabdingbar (Nr. 3/03)
       Nicht das Schaufenster abdekorieren: Am Gemeindebrief zu sparen hätte fatale Folgen
    (Nr. 4/03 - Ende)




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