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Frei zur "Adoption" für das Ehrenamt

Gute Ideen aus den USA

In den USA, ausgerechnet im Land, das viele mit Ellbogenkapitalismus und hohem Individualismus in Verbindung bringen, blüht das ehrenamtliche Engagement. "Volunteering" für eine gute, soziale Sache oder auch zum Nutzen ihrer eigenen Nachbarschaft betreiben Schüler und Rentner, berufstätige Eltern und Manager gleichermaßen. Da setzen sich Eltern für die Schule ihrer Kinder ein, Manager helfen benachteiligten Jugendlichen, Firmenbelegschaften werden freigestellt, um ein Obdachlosenheim zu renovieren. Nebenbei fördert dies auch das Firmenimage, denn die Wohltätigkeit wird von den Kunden honoriert.

Freiwilligenzentren koordinieren auch spontane Einsatzbereitschaft. In den Schulen gehören Sozialprojekte zum Unterrichtsablauf, die Schülerinnen und Schüler sind stolz auf ihre Einsätze. Wer sich auf eine Stelle bewirbt, muss soziales Engagement nachweisen, sonst sind die Chancen schlecht. Absolventen fühlen sich mit ihrer ehemaligen Schule oder Universität verbunden und fördern sie finanziell, wenn sie selbst erfolgreich im Beruf stehen. Wer gerne ins Museum geht, wird selbstverständlich spendendes Mitglied.

Amerika, du hast es besser? Nicht unbedingt. Denn einige Rahmenbedingungen, die das Engagement fördern, wollte man in Deutschland nicht unbedingt eintauschen. Dazu zählt ein großes soziales Gefälle, höchst unterschiedliche Qualität von Einrichtungen wie Schulen je nach Region und Nähe zu potenten Sponsoren, lückenhafte Sozialeinrichungen, durchschnittlich 10 Tage Jahresurlaub für Arbeitnehmer. Historisch bedingt erwarten amerikanische Bürgerinnen und Bürger weniger Fürsorge von ihrem Staat. Das Bewusstsein von Freiheit und Pioniergeist wiegen manche handfesten Mängel auf. Einzelne Ideen lassen sich jedoch auch in Deutschland verwirklichen und an die hiesigen Umstände anpassen.

Die Hamburger Kürber-Stiftung, die sich dem transatlantischen Erfahrungsaustausch widmet, gibt dazu Anfang 2002 ein Buch heraus: Adopt an Idea - gute Ideen aus den USA, 12 Euro, ISBN 3-89684-32-0

Nr. 12 - November 2001




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