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Warum ich in der Kirche mitarbeite (11): Anika Wotzke

"Wäre ich in Berlin geblieben, hätte ich den Glauben nicht gefunden."


 Anika Wotzke wuchs in die Kindergruppe der Gemeinde Burglengenfeld hinein.

Foto: Themessl

Ein Zettelkasten an der innerdeutschen Grenze sollte über Anikas Zukunft entscheiden. Da war sie sieben Jahre alt, die Mauer stand noch, und ihre Eltern wollten aus Ostberlin "nur noch raus". Der damals Siebenjährigen erzählten sie: "Wir fahren zu Deiner Tante". Das war am 7. November 1989, drei Tage später sollte die Mauer fallen.

An den Grenzen regelten Zöllner mit Zetteln den Strom der Flüchtigen. Die Wotzkes bekamen "Kaserne Burglengenfeld" zugeteilt - dieses Ziel steuerte die Familie an. Dass sie nie bei der Tante ankommen würde, sagten ihr die Eltern unterwegs. Die junge Anika machte die erste Klasse noch einmal. Bei dieser Gelegenheit schaute sich die nicht getaufte Siebenjährige den katholischen und evangelischen Religionsunterricht an. "Die katholischen waren etwas strenger," beobachtete das Kind: "Da wurden die Kinder eher gezwungen, in die Kirche zu gehen". Anika entschied sich für den evangelischen Religionsunterricht und ließ sich taufen.

Sie wuchs in die Kinder-Gruppe der Gemeinde Burglengenfeld hinein, erlebte die Gründung weiterer Gruppen und betreut nun seit Jahren die "Katzenpfötchen", die 3- bis 6jährigen Kinder. Inzwischen ist sie 18 Jahre alt, hat den Realschulabschluss mit dem Zusatzzweig Hauswirtschaft hinter sich, und steht auf dem Sprung ins Berufsleben. An ihrer ehrenamtlichen Arbeit für die evangelische Kirche wird sich nichts ändern. Anika wird weiter beim Landeskonvent in Nürnberg dabei sein, und in der Projektgruppe "Pacsa" mitarbeiten, eine Organisation, die in Südafrika die AIDS-Aufklärung unterstützt.

In dieser Zeit festigte sich ihr Entschluss, Erzieherin zu werden. Ab September wird sie im evangelischen Kindergarten "Regenbogen" mit Maxhütte-Haidhof arbeiten. Die Stelle als Erzieherin hat sie schon fest. Anika hat den Führerschein, und um ihr Auto abzustottern, nahm die koch- und kirchenbegeisterte Schülerin einen Job im Zementwerk an. "Die haben uns Gartenarbeit gegeben. Da sind viele Grundstücke, die gepflegt werden wollen. Acht Stunden Rasen mähen oder in gebückter Haltung Rosenbeete beschneiden, ist kein Zuckerschlecken!"

In diesem Sommer war sie in Italien südlich der Toskana unterwegs, statt sich von der harten Arbeit zu erholen. Das hatte wieder mit ehrenamtlicher Arbeit zu tun: Anika begleitete auf einer Freizeit 33 Jugendliche, die mit 13 bis 15 Jahren nur wenig jünger sind als sie. "Die haben noch einen Koch gesucht, und da ich in Hauswirtschaft gelernt habe, wie man drei Sachen gleichzeitig kocht, wird das schon nicht so schwer sein." Das Koch- und Back-Talent hat sie von ihrer Mutter geerbt, einer Köchin, die auch leidenschaftlich gerne backt. Und ihr letzter Freund, den sie auf einem Jugend-Aufbaukurs der Kirche kennen lernte, war auch Koch. "Wäre ich in Berlin geblieben, hätte ich den Glauben nicht gefunden. Da würde ich vielleicht auf der Straße rumhängen, in der Großstadt - wer weiß."

Peter Themessl

Fachbeirat Ehrenamt

Seit 1998 gibt es den "Fachbeirat Ehrenamt". Im Auftrag des Landeskirchenrates und des Landessynodalausschusses arbeitet er daran, die Situation der Ehrenamtlichen zu verbessern. Er soll zum Beispiel die Zusammenarbeit von Haupt., Neben- und Ehrenamtlichen fördern, Anregungen für Fortbildungsangebote geben und die Kirchenleitung beraten. Die Mitglieder in der 2. Amtszeit ab 2001 - sie dauert wieder drei Jahre - sind:

Von Amts wegen
Ein Vertreter des Landeskirchenamtes: Albert Schweiger, Diakon und Kirchenrat
Ein Vertreter des Amtes für Gemeindedienst: Raimund Loebermann, Pfarrer, Nürnberg
Ein Vertreter des Diakonischen Werkes Bayern: Klaus Meyer, Pfarrer, Nürnberg

Hauptamtliche
Zwei Personen aus dem Bereich der Werke und Dienste und der Diakonie:
Stephanie d'Huc-Rudolph, Sozialpädagogin, Leiterin des Treffpunkts Ehrenamt der Inneren Mission, München
Elfriede Peil, Dipl.-Soziologin, Fortbildungsreferentin für Ehrenamtliche, Evangelisches Bildungswerk München

Zwei Personen aus dem Bereich der Kirchengemeinden
Hartmut Gehlert, Dekan, Rügheim
Christine Murner, Pfarrerin, Thiersheim


Ehrenamtliche
Fünf ehrenamtlich tätige Personen:
Heike Gröner, Deutscher Evangelischer Frauenbund, Schweinfurt
Marlies Kempe, Evangelische Jugendarbeit, Schwabach
Renate Reissinger, Ehrenamtliche im Seelsorgebereich, Stephanskirchen
Christa Oursin, Vertreterin der Frauengleichstellungsstelle, Ansbach
Hans Siegert, Präsidiumsmitglied im Kirchenvorstand, Kumhausen bei Landshut


Zwei ehrenamtlich tätige Personen als Vertretung der Landessynode
Christel Balser, Neu-Ulm
Christine von Falkenhausen, Oberhaching bei München

Elfriede Peil


Nr. 11 - Oktober 2001



Fachbeirat Ehrenamt



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