Neue Fortbildung für Mitarbeiterinnen von Eltern-/Mutter-Kind-Gruppen
Ehrenamt lohnt sich - ein wenig!

Den Schritt vom Ehrenamt zur Honorarkraft unterstützt die Evangelische Erwachsenenbildung exemplarisch im Bereich der Eltern-/Mutter-Kind-Gruppen. In einem zweijährigen Fortbildungslehrgang wurden jetzt 24 Frauen zu so genannten begleitenden, beratenden Mitarbeiterinnen geschult.
Eltern-/Mutter-Kind-Gruppen sind in den meisten bayerischen Kirchengemeinden nicht mehr wegzudenken. Ihre Zahl steigt ständig: So gibt es allein im Dekanat München 271 und im Nürnberger Dekanat 202 Gruppen. Betreut werden sie in der Regel ehrenamtlich von einzelnen Frauen oder einem Team.
Seit vielen Jahren unterstützen die Evangelischen Bildungswerke die Gruppen mit Fortbildungs- und Beratungsangeboten. Zusätzlich ist vor zwei Jahren das Projekt "Begleitung und Beratung für Eltern/Mutter-Kindgruppen" entstanden: "Die Idee kam von einer Ehrenamtlichen selbst", erzählt Dorothea Strichau, Projektleiterin und pädagogische Leiterin in der Landesstelle des Arbeitskreises Evangelische Erwachsenenbildung (AEEB). "Der ständig wachsende Bedarf an Beratung und Fortbildung konnte von unseren Hauptamtlichen allein nicht mehr aufgefangen werden."
So entstand das Konzept, bereits vorhandene Fähigkeiten zu fördern und für andere Ehrenamtliche zu nutzen. 24 Frauen haben sich in vier Wochenendseminaren mit anschließender zweijähriger Praxisphase zu begleitenden, beratenden Mitarbeiterinnen ausbilden lassen. "Die Voraussetzungen, die diese Ehrenamtlichen mitgebracht haben, haben uns selbst überrascht", erzählt die Projektleiterin. So verfügten 16 Teilnehmerinnen bereits über eine abgeschlossene pädagogische Ausbildung.
Gefördert wurde die Maßnahme vom Kulturfonds des Bayerischen Kultusministeriums. Die begleitenden, beratenden Mitarbeiterinnen arbeiten nun zehn Stunden im Monat auf Honorarbasis: Sie unterstützen Kirchengemeinden vor Ort beim Aufbau von Gruppen, bieten Themenabende an oder beraten in Konfliktfällen. Das Modell könnte in der Landeskirche Schule machen: "Ich könnte mir so etwas durchaus auch im Bereich der Altenarbeit vorstellen", meint Dorothea Strichau. Werde bei diesem Projekt doch nicht nur pädagogisches Können gefördert, sondern das Arbeitsfeld Familienbildung insgesamt aufgewertet: "Mutter-Kind-Gruppen sind auf einmal Gesprächsthema im Kirchenvorstand."
Aber nicht nur die Gruppen erfahren ihrer Meinung nach eine Image-Aufwertung, sondern auch die Mitarbeiterinnen und die Bildungswerke selbst. Darüber hinaus trage das Modell zur Vernetzung von Kirchengemeinde, Eltern-/Kind-Gruppen und Erwachsenenbildungswerken bei. Auch der Konktakt zum Pfarrer oder zur Pfarrerin sei in vielen Fällen enger geworden. Dorothea Strichau betont: "Es geht hier nicht um Konkurrenz zur hauptamtlichen Arbeit, sondern um eine wertvolle Entlastung."
Annette Klinkhardt
| Termin |
| Am 21. und 22. Mai stellt die AEEB-Landesstelle die Ergebnisse des Projekts auf einer Fachtagung vor: Sie beginnt um 13.00 Uhr in der Tagungsstätte der Diakonissen in Augsburg. Anmeldungen an die AEEB-Landesstelle, Hauptstraße 67, 82327 Tutzing, (08158) 2500-11. |
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