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Warum ich in der Kirche mitarbeite (2): Christa Eckert aus Pegnitz

Durchsetzen - auch ohne Ellenbogen

Gemeinden, Werke und Dienste: Nach diesem Schema werden gemeinhin die Mitarbeitenden in Kirche und Diakonie zugeordnet. Es gibt aber ein weiteres: freie Verbände, Gruppen, Initiativen. Dieses Porträt stellt eine junge Frau vor, die in ihrer Gemeinde verwurzelt ist und in einem Verband engagiert ist: als Stammesführerin bei den Pfadfindern.

Dort, wo die Kinder und Jugendlichen der Pegnitzer Kirchengemeinde St. Bartholomäus zu finden sind, ist Christa Eckert nicht weit. Wo sie als Mädchen und Teenager gerne gewesen ist und mitgemacht hat, im Kindergottesdienst, bei der ökumenischen Kinderbibelwoche oder den Pfadfindern, dort hat sie Verantwortung übernommen, so bald sie den Kinderschuhen entwachsen war. Seit September 1999 ist sie zur Stammesführerin beim Verband Christlicher Pfadfinderinnen und Pfadfinder (VCP) aufgestiegen.

Das C im Verbandsnamen hochzuhalten, ist ihr ein wichtiges Anliegen. Deshalb bereitet sie ihre Andachten besonders sorgfältig vor und hält vielleicht öfter mal eine, als ein anderer das tun würde. "Ich möchte, dass der christliche Funke bei den jungen Leuten wieder überspringt", sagt sie. "Es geht so viel verloren, wenn das fehlt."

Um dieses Gefühl für das Geistlich-spirituelle der christlichen Botschaft so richtig "rüberzubringen" und dabei auch die Aufmerksamkeit auf ihrer Seite zu haben, gestaltet sie ihre Andachten mit Tanz und Musik und nimmt je nach Alter der Ansprechpartner ein Quiz oder ein Bilderbuch als Aufhänger.

Die 33-jährige Verwaltungsangestellte bei der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft in Bayreuth weiß ganz genau, was sie will: Sie liebt Kinder sehr und möchte ihnen helfen, ihren Platz in der Welt zu finden.

Damit der christliche Funke überspringt

In den Gruppenstunden, auf Lagern, in Gesprächen und Aktionen für eine gute Sache werden die Botschaften eines wohlwollenden Umgangs miteinander gepflegt; Werte wie Toleranz, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Glaube werden gelebt, nicht gepredigt. Kinder müssen es am eigenen Leibe erfahren, dass Menschen sich auch ohne Ellenbogen durchsetzen können, erklärt sie.

Bei ihr ist das ähnlich gelaufen. "Ich bin in alles richtiggehend hi~neingewachsen", erinnert sich Chris~ta Eckert. Gerne denkt sie zurück an ihre Kindheit, als die Gemeinde ihre Heimat geworden ist. Der sonntägliche Gottesdienst war selbstverständlich. Schon als "Pimpfe" waren ihre Schwester und sie dabei, wenn die Eltern im Kirchenchor gesungen haben.

Die eigenen Fähigkeiten dort einzubringen, wo andere Nutzen und Freude daraus ziehen können, das lebten schon die Großeltern vor.

Die Schwester spielt im Posaunenchor, die Mama ist Sprengelbeauftragte und Gemeindehelferin. "Es ist selbstverständlich, in der Kirche aktiv zu sein", sagt sie schlicht. So einfach ist das: "Es gehörte schon immer zum Alltag dazu, seit ich denken kann."

Inzwischen verbringt sie den Großteil ihrer Freizeit und des Urlaubs im Dienst für die Kirche. Ein Posten bringt den nächsten mit sich. Als Stammesführerin ist sie Mitglied im Jugendausschuss, sie singt weiter im Kirchenchor, ist Lektorin und beteiligt sich seit Mai 2000 an einem Projekt der Landeskirche, an dem die St. Bartholomäus-Gemeinde neben drei anderen bayerischen Gemeinden teilnimmt.

In Pegnitz wird gerade analysiert, wie junge Leute in den Jahren nach der Konfirmation bei der Stange gehalten werden können.

Was macht eine Stammesführerin in einer lange Zeit männlich dominierten Sparte? Sie plant, organisiert und definiert die Inhalte und setzt sie um mit ihrem Mitarbeiterstab von rund 30 jungen Männern und Frauen. Es gilt, Lager und Freizeiten, Mitarbeiter-Wochenenden oder Eltern-Aktionen zu gestalten oder Einsätze in der Gemeinde zu initiieren. Schließlich soll jeder Pfadfinder täglich eine gute Tat vollbringen. "Allzeit bereit" steht auf dem Gürtel der Tracht. "Aber das ist mehr eine Haltung", lacht sie. "Wir zerren nicht alte Leute über die Straße, nur um dieses Soll zu erfüllen."


Eva Bartylla


Nr. 2 - Januar 2001



Christa Eckert, Pegnitz



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