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Umsetzung des Ehrenamtsgesetzes:

Ehrenamtliche zu begleiten will gelernt sein

Die Landessynode der bayerischen Landeskirche hat auf ihrer letzten Tagung in Rothenburg nach langen Vorabeiten ein "Ehrenamts-Gesetz" beschlossen. Dieses Gesetz gibt dem Enagagement der vielen Frauen und Männer, die mit großem Einsatz ehernamtlich in Kirche und Diakonie mitarbeiten, einen verbindlichen Rahmen. Unsere Beilage "Kirche konkret" will die Umsetzung des Gesetzes begleiten und einzelne Aspekte beleuchten. Diesmal: Fortbildung der Hauptamtlichen!

Diese Szene spielt sich immer wieder in den Gemeinden, den kirchlichen Werken und Diensten ab: Die ehrenamtlich Mitarbeitenden und die Hauptamtlichen sitzen sich bei Besprechungen eher ratlos gegenüber und wissen nicht so recht, was sie jetzt eigentlich miteinander anfangen können. Vor allem die Hauptamtlichen, die Pfarrerinnen und Pfarrer, tun sich häufig schwer, die Ehrenamtlichen, die oft großes Fachwissen mitbringen, einzubinden und zu "führen". Für diese Führungsaufgabe werden die Pfarrerinnen und Pfarrer unzureichend ausgebildet, wie das Dekanat Fürth in einer Eingabe an die Landessynode feststellt. Durch "falsches Verhalten, falsche Reaktionen, überzogene Forderungen, oft auch durch Unterforderungen" könnten Ehrenamtliche verprellt werden.

Was fehlt ist das "Feedback"

Diese dringend nötige Betreuung der Ehrenamtlichen hat das neue Gesetz aufgegriffen und den Anspruch auf "kontinuierliche fachliche und persönliche Begleitung" festgeschrieben. Wie diese Begleitung in der Praxis aussehen kann, hat eine Arbeitsgruppe, die sich aus Mitgliedern des "Fachbeirats Ehrenamt", Vertreter aus Erwachsenenbildung und des Landeskirchenamts zusammensetzt, in einem "Projekt" beschrieben.

Dazu gehört, dass Konflikte sinnvoll bewältigt werden, Ehrenamtliche informiert werden, verbindliche Arbeitsabsprachen getroffen werden, Leitungsfunktion ehrenamtlich Mitarbeitender anerkannt und ein angemessenes "Feedback" der geleisteten Arbeit gegeben wird. Anfang 2002 soll das Projekt abgeschlossen sein.

Nach den Vorstellungen des "Fachbeirats Ehrenamt" sollen diese Anforderungen und Fähigkeiten vor allem in die Ausbildung der jungen Theologen verbindlich aufgenommen werden. Dieser Forderung steht die zuständige Ausbildungsreferentin der Landeskirche, Oberkirchenrätin Dorothea Greiner, grundsätzlich positiv gegenüber.

Sie legt besonderen Wert darauf, dass die angehenden Pfarrerinnen und Pfarrer in ihrer Ausbildung "Schlüsselkompetenzen" wie kommunikative Fähigkeiten und spirituelle Dimensionen erwerben. Diese Fähigkeiten könnten dann direkt und unmittelbar den Pfarrern in ihrem Umgang mit den Ehrenamtlichen zugute kommen.

Achim Schmid


Nr. 2 - Januar 2001



von Achim Schmid



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