Das Projekt "Rückenwind" soll Kirchenvorstände stärken:
Damit der Anfangszauber bleibt
15.000 Kirchenvorsteher und Kirchenvorsteherinnen sind neu im (Ehren-)Amt; in diesen Tagen und Wochen kommen die neu gewählten Kirchenvorstände in den 1567 Kirchengemeinden in Bayern erstmals zusammen. Was diese "Kirchengemeindeparlamente" brauchen für die nächsten sechs Jahre, ist "Rückenwind" - bildhafter Name für ein ziemlich einzigartiges Fortbildungsangebot.
Allem Anfang liegt ein Zauber inne. Die Startphase im Kirchenvorstand hat etwas davon. Viele Vorsätze, bester Wille, neuer Schwung. Das Vertrackte daran ist, wie schnell sich dieser Zauber in Alltagstrott verwandelt. Endlose Sitzungen, nur Verwaltungskram, Rangeleien untereinander, wiederholte Beschlüsse, auf der Stelle treten.
Ein einzigartiges Angebot setzt sich zum Ziel, diesem Frust aktiv entgegenzutreten. Von Beginn an, für die gesamten sechs Jahre der Amtszeit, bis zum guten Ende bietet sich mit "Rückenwind" die Chance, sich durch Fortbildung so zu qualifizieren, dass effektives und befriedigendes Arbeiten die Regel werden kann.
Sechs Bausteine behandeln (fast) alles, was Kirchenvorstände bewegt und erregt. Sie sind als Doppelpaket konzipiert mit zwei mal vier Stunden und begleiten über sechs Jahre die Phasen dieses Gremiums. Ganz neugierige Kirchenvorstände könnten also in jedem Jahr einmal "Rückenwind" buchen. Der Charme von "Rückenwind" liegt in der Kombination von Sachthemen und persönlicher Weiterentwicklung.
Im Baustein 1 ("Wo wir was zu sagen haben") geht es um: * Organisations- und Verwaltungsstruktur in der Landeskirche; * Haushaltsplan und Finanzen; * Strategien, um erfolgreich zu handeln; * Moderations-Methoden; schließlich * "Kommunikationsfallen und wie sie vermieden werden".
Baustein 2 hat den Titel: "Wie wir gut zusammenarbeiten". Einzelne Themen heißen: * Aktiv Zuhören; * Selbstachtung und gegenseitiger Respekt; * Die Tagesordnung als Orientierungs-Instrument; * Effektive Schritte zur Entscheidungsfindung; * Gelassene Kommunikation; * Pro- und Contra-Methode.
Baustein 3 fragt nach den "Bildern, die uns leiten". Das zielt darauf, mit Leitbildern die Gemeinde zu gestalten. Es geht um: * Meine "persönliche Theologie"; * Andere Glaubensformen und der Respekt vor ihnen; * Werte, Wertkonflikte und das Zusammenspiel; * Bilder von Kirche und Gemeinde.
Baustein 4 ist "Halbzeit im Kirchenvorstand": Gefragt ist eine persönliche Zwischenbilanz, gefordert sind Entwicklungsphasen eines Gremiums. Wie löst man Konflikte, gewinnt Perspektiven für die (restliche!) Zukunft. Ein Teilthema heißt: * Konflikte und zehn Strategien zur kooperativen Lösung.
Baustein 5 hat den Glauben zum Thema: * Geistliches Leben und Leitung; * Spirituelle Kultur; * Glaube in meinem Leben; * Glaubens-"Typen" des Alltags; * Wie andere uns sehen; * Lebensstile, Soziales und Kulturen außerhalb der Gemeinde; * Der Kirchenvorstand im Dialog.
Baustein 6 ist gewissermaßen der Schlussstein: Wie wir zu einem guten Ende kommen. Was mir die sechs Jahre gebracht haben. Wie es für mich weitergeht. Zu allerletzt steht die Check-Liste: Wieder kandidieren oder nicht?
Alle Bausteine liegen als detaillierte Ablaufpläne vor. Sie wurden in zwei Jahren vom Amt für Gemeindedienst (Raimund Loebermann), den Evangelischen Bildungswerken Ingolstadt, München und Nürnberg und der Evangelischen Volkshochschule Hesselberg mit großem Engagement entwickelt. Damit lässt sich die Fortbildung hervorragend übernehmen. Ideal ist es, wenn sich ein Team aus Gemeindepfarrer/in, Kirchenvorsteher/in und Erwachsenenbildner/in findet und "Rückenwind" zum Schwingen bringt. Aber auch die Bildungswerke im Land sind bereit, in ihrem Dekanat dieses Projekt durchzuführen.
Dazu braucht es nur eine winzige Vorraussetzung: Dekanatssynode oder Dekanatsauschuss nutzen "Rückenwind" für ihre Fortbildungsverantwortung. Sie beschließen das Projekt als eines der laufenden Grundangebote im Dekanatsbezirk: Damit der Anfangszauber über Jahre hinweggerettet wird.
Interview: Elfriede Peil
Projekt "Rückenwind" - Info und Kontakt:
Thomas Popp
gemeindeentwicklung@afg-elkb.de
Amt für Gemeindedienst Nürnberg (www.afg-elkb.de)
Tel. 0911-4316271