Liebe Leserinnen, liebe Leser,
»Aussitzen und abwarten« - das ist eine mögliche und auch realistische Haltung der 150 Mitarbeitenden in den Kirchensteuerämtern. Sie sind halt, wie es so unschön im Amtsdeutsch heißt, »unselbständige Einrichtungen«, sprich nachgeordnete, abhängige Dienststellen in der bayerischen Landeskirche.
»Mitdenken, Ideen haben, vorschlagen« - das wäre die andere Haltung, sich als Betroffene an der landeskirchlichen Spardiskussion zu beteiligen.
Die Situation an den Kirchensteuerämtern steht fast schon exemplarisch dafür, wie schwer es ist, ja fast schon: wie unmöglich es ist, die arbeitsrechtlich eigentlich gebotene »Mitwirkung« (im Sinne des Mitarbeitervertretungsgesetzes) im Falle von wichtigen innerbetrieblichen Angelegenheiten wahrzunehmen. Hier werden nun wahrhaft »wichtige Angelegenheiten« entschieden, wenn es demnächst darum geht, ob das System der Kirchensteuerämter von Grund auf eine Revision erfährt. In einem Rundschreiben der Landeskirche an die Kirchensteuerämter hieß es sinngemäß, jetzt gelte es erst einmal, Ruhe zu bewahren! Leicht gesagt, wenn es um die berufliches Sein oder Nicht-sein geht. Aber auch: Beschwichtigung, wo es doch eigentlich um die intelligente Lösung einer Organisationsaufgabe geht, bei der die »Kirchensteuerer« selbst die besten Ratgeber sein könnten.
Ihr Lutz Taubert
Stellvertretender Chefredakteur Sonntagsblatt
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