Dekan Gerhard Schoenauer
Wir brauchen keine Kirchenburgen mehr
Seit gut einem Jahr sind Sie Dekan in Pegnitz - fühlen Sie sich schon richtig heimisch?
Schoenauer: Das war ich schon vorher. In diesem Pfarrhaus bin ich aufgewachsen, von 1959 bis 1966, als mein Vater hier Dekan war. Ehrlich gesagt: Ich hätte nie im Leben daran gedacht, eines Tages einer seiner Nachfolger zu werden.
Mit zehn Pfarrern wird hier der Begriff des Dekanats, der auf die lateinische Zahl decem (zehn) anspielt, fast wörtlich genommen. Ist es die Überschaubarkeit, die einen Reiz in der Region Pegnitz ausmacht?
Schoenauer: Natürlich wird dadurch die Zusammenarbeit sehr erleichtert. Besondere Freude machen mir die vielen engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gemeinden. Eine ausgezeichnete Voraussetzung, um hier das Konzept der Konvivenz umzusetzen: voneinander lernen, einander helfen und miteinander feiern.
Das hört sich nach einem viel versprechenden geistlichen Aufbruch an. Gibt es da schon konkrete Ansätze?
Schoenauer: Ja. Pegnitz ist ausgewählt worden, als Projektgemeinde ein Konzept der Landeskirche zur Jugendarbeit zu erproben - vieles davon ist hier allerdings schon verwirklicht. Grundsätzlich meine ich, dass unsere Pfarrhäuser offene Häuser sein sollen, ohne Berührungsängste auf beiden Seiten der Türschwelle. Kirchenburgen brauchen wir nicht mehr.