Sonntagsblatt Bayern - Evangelische Wochenzeitung für Bayern

Ausgabe 13 vom 29.03.2015

  • Der Antijünger
    Die Passionsgeschichte kennt viele negative Figuren: Kaiphas, Pilatus, die Häscher. Judas überragt sie in dieser Hinsicht. In der christlichen Tradition ist er der Verräter Jesu, die Verkörperung des Bösen, der Antiheld der Messiaserwartung. Er gilt aber auch als Werkzeug eines höheren Plans, abwechselnd als Werkzeug des Teufels oder als Erfüller des göttlichen Heilswillens.
  • Ein Land sucht nach seiner Identität
  • ZEITZEICHEN
  • Friedfertige Protestanten
    Weltweit nehmen religiös motivierte Konflikte und der Terrorismus muslimischer Extremisten vom Schlag des »Islamischen Staats« (IS) zu. Obwohl sich alle Religionen als friedliebend verstehen, ist die Bereitschaft zur Gewaltanwendung unterschiedlich ausgeprägt.
  • Mit großem Herzen
    Viele Medien kritisieren, der Westen helfe zu wenig in den Kriegsgebieten von Syrien und dem Irak. Eine, die hilft, ist die syrisch-orthodoxe Ordensfrau Hatune Dogan aus dem westfälischen Warburg.
  • Bamberger Tohuwabohu
    Ihre Amtseinführung im November 2011 wurde europaweit beachtet: Antje Yael Deusel war die erste in Deutschland ordinierte Rabbinerin nach dem Holocaust. Doch nun ist sie ihren Job in der Israelitischen Kultusgemeinde Bamberg los. Zumindest vorerst.
  • Raus aus diesem Ritual
    Über ein Konfliktmuster à la: Sagt eine Frau zu ihrem Mann: »Wenn du so weitermachst, du wirst sehen, wenn du so weitermachst, eines schönen Tages bring ich mich um!« Antwortet er: »Heut ist ein schöner Tag.«
  • Konsumfest Ostern?
    »Das ist ja fast wie Weihnachten«: Mittlerweile bekommen viele Kinder auch zu Ostern große Geschenke. Der Handel lockt mit Extra-Angeboten.
  • Er überzeugte
    Der Diakon Philippus scheint ein Naturtalent in Sachen Missionierung gewesen zu sein. Wenn man sich die schwierigen Fälle als Erstes vornimmt, folgen bald auch alle anderen, hat er sich wohl gedacht. Er trieb Geister aus, bekehrte Zauberer und überzeugte die Menschen davon, dass Jesus Christus das Heil der Welt ist.
  • Ein deutscher Konjunktiv
    Vor 70 Jahren, am 9. April 1945 gegen 23 Uhr, erschoss der SS-Oberscharführer und Krematoriums-Chef Theodor Bongartz im KZ Dachau den Sonderhäftling Georg Elser - auf persönlichen Befehl von Adolf Hitler. Wer war dieser Schreiner von der Schwäbischen Alb, dessen »Höllenmaschine« am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräukeller beinahe Hitler und viele Parteigrößen umgebracht hätte? Oliver Hirschbiegels Elser-Film, der nun in die Kinos kommt, nähert sich Elsers Leben über die Liebe.
  • Rätselhafte Abstammung
    Der fränkische Humanist Georg Spalatin (1484-1545) gehörte zum innersten Zirkel der Wittenberger Reformation. Eine neue Biografie führt auf bislang verborgene Spuren seiner Herkunft.
  • Varoufake!
    Dem jungen TV-Comedian Jan Böhmermann (34) ist eine grandiose Mediensatire rund um die Mittelfingergeste des griechischen Finanzministers Yanis Varoufakis gelungen - ein Lehrstück in mancherlei Hinsicht.
  • Tuba aus dem Biedermeier
    Mit einer Sonderausstellung im Löhe-Zeit-Museum feiert der älteste Posaunenchor in Bayern sein 150-jähriges Bestehen. Der damalige Dorfpfarrer und Gründer der Diakonie Neuendettelsau, Wilhelm Löhe, gründete ihn 1865.
  • Graffiti auf Oberbayerisch
    Bild und Bibel: Dieses Jahresthema der Lutherdekade kam den Miesbachern gerade recht. »Denn Bilder mit biblischen Darstellungen haben wir hier viele - nicht nur in Kirchen«, erklärt Kirchenvorsteherin Dagmar Herrmann. Gemeinsam mit den Katholiken entwickelten die Protestanten aus dem Oberland daher einen Spazierweg, der auf die Fassadenmalereien und die biblischen Geschichten dahinter aufmerksam macht. Und wortwörtlich im Vorbeigehen lernen Besucher etwas über die alte Fassadenkunst des Lüftlmalens.
  • »Herz, Blatt, Schellen, Eichel«
    Ein Gasthaus in der nördlichen Oberpfalz: In der Stube knistert der Kachelofen, es riecht nach Bier und an den Tischen lachen die Gäste. Als der 76-jährige Heiner Kohl einen Stapel mit 32 Karten hochhält, verstummen die Leute.