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CSU-Einmischung in Kirchenwahl
Initiator Seiferlein lehnt Mandatsverzicht weiterhin ab

Ansbach. Die Einmischung der CSU in die Wahlen zur evangelischen Landessynode vom Dezember vergangenen Jahres (das Sonntagsblatt berichtete) schlägt weiterhin hohe Wellen. Einer der Hauptinitiatoren der Wahlwerbe-Aktion für der CSU genehme Kandidaten, Pfarrer Alfred Seiferlein aus Bechhofen (Kreis Ansbach), hat vor der Ansbacher Dekanatssynode deutlich gemacht, dass er der vielfachen Aufforderung zum Verzicht auf seinen Synodensitz nicht nachkommen will.

Der Ansbacher Dekan Matthias Oursin warf Seiferlein vor, er habe durch die "verdeckte Aktion" mit Hilfe einer Partei seine eigene Wiederwahl sichern wollen. Das sei mit dem Amt eines Pfarrers und Synodalen nicht zu vereinbaren. "Es tut mit leid, dass Herr Pfarrer Seiferlein keine Einsicht erkennen lässt", sagte Oursin, der als Dekan zugleich Seiferleins Vorgesetzter ist. Zuvor schon war Seiferlein aus dem Kreis der Ansbacher Pfarrkonferenz zu Konsequenzen aufgefordert worden.

Bei der kontroversen Diskussion in der Dekanatssynode wandten sich Seiferlein-Freunde gegen eine Abstrafung des Pfarrers. Die Wahlwerbung sei gar nicht so dramatisch gewesen und habe keinen Einfluss auf das Ergebnis gehabt, hieß es. Ein Antrag des Elpersdorfer Pfarrers Heinz Taeger, Seiferlein das Misstrauen auszusprechen, wurde somit abgebogen. Darüber zeigte sich letztlich auch Oursin erleichtert: "Eine Abstimmung wäre eine Zerreißprobe für die Dekanatssynode gewesen."

Der Evangelische Arbeitskreis der CSU hatte vor der Synodalwahl in einem Schreiben an alle Ortsvorsitzenden der Partei die "linke Mehrheit" im Kirchenparlament beklagt. Die Ortsvorsitzenden erhielten Namenslisten mit der CSU genehmen Kandidaten, die sie den Kirchenvorstehern ans Herz legen sollten. Als Hauptinitiatoren gelten Seiferlein und der Forchheimer Dekan Heinz Haag. Die Kirchenleitung hat beide aufgefordert, sich zu entschuldigen.


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