| Innere Stärke für Knochen und Seele
Doppel-Olympiasiegerin Rosi Mittermaier unterstützt Kampagne gegen Osteoporose
Als Botschafterin der Initiative gegen Knochenschwund macht die ehemalige Skirennläuferin Rosi Mittermaier jetzt allen betroffenen Frauen Mut und Hoffnung. Die Aufklärung über eine der am weitest verbreiteten und dennoch unterschätzten Volkskrankheiten steht dabei im Vordergrund.
Sie brechen beim Treppensteigen, beim Umdrehen im Bett, ja sogar beim Husten - plötzlich und unerwartet. Wer an Knochenschwund oder Osteoporose leidet, hat so fragile Knochen, dass schon geringe Anlässe einen Bruch verursachen können. Schätzungsweise sechs Millionen Menschen sind allein in Deutschland von Osteoporose betroffen - 80 Prozent von ihnen sind Frauen.
Das Problem: Knochenschwund ist eine schleichende Erkrankung, die häufig unerkannt bleibt. Bei weit mehr als der Hälfte aller Betroffenen wird Osteoporose nicht diagnostiziert, Knochenbrüche entweder nicht festgestellt oder Knochenschwund nicht als Ursache des Bruchs erkannt.
Während sich ein gesunder Knochen in einem kontinuierlichen Auf- und Abbauprozess befindet, ist dieser bei Knochenschwund gestört. Denn sobald spezifische Kontrollzellen im Knochen Schäden oder Risse feststellen, beginnen Knochen abbauende Zellen, so genannte Osteoklasten, die geschädigte Knochensubstanz aufzulösen. Knochen aufbauende Osteoblasten füllen die gesäuberten Knochenbaustellen anschließend mit neuer, gesunder Knochensubstanz. Auf diese Weise werden im Normalfall etwa acht Prozent unseres gesamten Skeletts pro Jahr erneuert.
Bei Osteoporose wird hingegen kontinuierlich mehr Knochenmasse abgebaut als erneuert. Dichte, Festigkeit und Elastizität des Knochens verringern sich zunehmend. Der schleichende Knochenabbau löst dabei zunächst keine Beschwerden oder Schmerzen aus. Osteoporose wird daher meist erst im Endstadium diagnostiziert - wenn es zum Bruch gekommen ist.
Frauen unterliegen einem viermal höheren Risiko als Männer - etwa die Hälfte aller Frauen über 50 leiden an Osteoporose. Kalziumräuber und deshalb »Knochendiebe« sind vor allem chronischer Bewegungsmangel, Fehlernährung, Rauchen, Alkohol oder die regelmäßige Einnahme bestimmter Medikamente wie beispielsweise Kortison.
Vor allem die Früherkennung wäre wichtig, doch die einfache und schmerzlose so genannte »Knochendichtemessung« gehört nicht zu den Standardleistungen der Krankenkassen. Stellt der Arzt Knochenschwund fest, gilt die Einnahme so genannter Bisphosphonate in Verbindung mit Vitamin D und Kalzium als Therapiestandard. Je nach Grad der Erkrankung kann eine solche Therapie die geschwächten Knochen über mehrere Jahre gar wieder regenerieren.
Weit besser ist es jedoch vorzubeugen: mit viel Bewegung und einer ausgeglichenen, kalzium- und vitaminreichen Ernährung. Um die Aufklärung über die Volkskrankheit voranzutreiben, hat sich Rosi Mittermaier in den Dienst der Initiative gegen Knochenschwund gestellt, die von einem Pharmaunternehmen gesponsert wird. Dabei weiß sie, warum es bei der Osteoporose in doppeltem Sinn um »innere Stärke« geht. »Dass man mit zunehmendem Alter ein wenig abbaut, ist der Lauf der Dinge«, kann die 51-jährige Mittermaier aus eigener Erfahrung sagen. Ein Grund, sich nicht auf die zweite Lebenshälfte zu freuen, sei das für sie aber noch lange nicht. »Gerade wenn es einem schlecht geht, sollte man versuchen, sich an kleinen Dingen zu erfreuen«, sagt sie. »Ich war nach Stürzen, Verletzungen oder Niederlagen nie lange deprimiert - im Gegenteil: Ich bin wieder aufgestanden, habe nach vorne geschaut.« Dabei zieht die Mutter von zwei Kindern, die mit dem ehemaligen Skirennläufer Christian Neureuther verheiratet ist, Kraft aus dem Umfeld ihrer Familie. Und sie weiß: »Zum Gesundbleiben ist es ganz wichtig, positiv an die Dinge heranzugehen.«
sob
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