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Neuwahl der bayerischen Landessynode

Vor dem großen Wechsel

München. In der bayerischen Landeskirche werden derzeit die letzten Vorbereitungen für die Neuwahl der Landessynode am 9. Dezember (2. Advent) getroffen. 327 Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich um 89 Sitze im Kirchenparlament, über deren Vergabe die 12000 Kirchenvorsteher in den bayerischen Kirchengemeinden entscheiden.

Zusätzlich werden 13 Synodale gemeinsam von Landeskirchenrat und Landessynodalausschuss berufen. Hinzu kommen noch drei Vertreter der Theologischen Ausbildungsstätten in München, Erlangen und Neuendettellsau. Erstmals werden außerdem drei Jugenddelegierte mit beratender Stimme in das Kirchenparlament einziehen, das sich in neuer Zusammensetzung am 10. März 2002 in Bayreuth zur konstituierenden Sitzung versammelt.

Synodalpräsident Dieter Haack, der nach 12 Jahren sein Amt abgibt, erwartet einen großen personellen Wechsel. Nur 50 der Kandidatinnen und Kandidaten waren schon bisher in der Landessynode vertreten. Die Bewerber kommen aus allen Bevölkerungsschichten. Einige Professoren sind dabei, Ärztinnen, Juristen, viele Pädagogen und Mitarbeitende aus dem öffentlichen und kirchlichen Dienst. Aber auch ein Soldat, Krankenschwestern, ein Hausmann, eine Diakonin, Bürgermeister, Handwerksmeister, Landwirt und Bäuerin, ein Landrat und ein Gewerkschaftssekretär kandidieren.

Der älteste Kandidat ist ein 67-jähriger Schmied, der jüngste ein 22-jähriger Student und Heizungsbauer. Mehrfach wurden Kandidaten, die Synodale werden wollen, aber vom Wahlausschuss nicht aufgenommen worden waren, durch die Unterschrift von 40 Kirchenvorstehern nachnominiert. Auch Pfarrer und Pfarrerinnen, die ein Drittel der Synodalmitglieder stellen, streben gern ins Kirchenparlament. So bewerben sich im Kirchenkreis Nürnberg 18 Theologen um vier Sitze und im Kirchenkreis Bayreuth 17 Theologen um vier Sitze. Dass nach dem neuen Synodalwahlgesetz die Theologen aus dem gesamten Kirchenkreis, die Laien aber nur aus dem begrenzten Teilwahlkreis gewählt werden können, hat kritische Rückfragen ausgelöst.

Mit der Neuwahl der Landessynode werden die Weichen der kirchlichen Arbeit für die nächsten sechs Jahre neu gestellt. Das Kirchenparlament mit seinen künftig insgesamt 108 Mitgliedern beschließt als kirchenleitendes Organ über Kirchengesetze und den Finanzhaushalt der evangelischen Landeskirche. Es befasst sich mit Eingaben aus den Kirchengemeinden, berät über aktuelle kirchliche und gesellschaftliche Probleme und wendet sich mit Kundgebungen an die evangelischen Kirchenmitglieder.

Helmut Winter


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